Im Hankensbütteler Jugendkulturzentrum gewinnen straffällig gewordene Jugendliche wichtige Erkenntnisse

Kubus profitiert von Sozialstunden

Im Hankensbütteler Jugendkulturzentrum Kubus leisten straffällig gewordene Jugendliche – bislang handelte es sich immer um Schulabstinenzler – ihre Sozialstunden ab. „Das klappt sehr gut“, sagt Philip Fuchs, Leiter der Jugendförderung.
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Im Hankensbütteler Jugendkulturzentrum Kubus leisten straffällig gewordene Jugendliche – bislang handelte es sich immer um Schulabstinenzler – ihre Sozialstunden ab. „Das klappt sehr gut“, sagt Philip Fuchs, Leiter der Jugendförderung.
  • Paul Gerlach
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Hankensbüttel. Über eine besondere Zusammenarbeit zwischen dem Hankensbütteler Jugendkulturzentrum Kubus und dem Gifhorner Amtsgericht berichtete Philip Fuchs, Leiter der Jugendförderung, jetzt im Jugendausschuss der Samtgemeinde.

Seit dem vergangenen Sommer leisten Jugendliche ihre Sozialstunden im Kubus ab.

„Sie brauchen ein gewisses Alter und eine gewisse Reife“, sagt Fuchs. Die bisherigen Erfahrungen seien positiv: „Das klappt sehr gut.“

Der Kontakt kam über die Jugendgerichtshilfe zustande, die eine entsprechende Anfrage gestellt habe, erläutert Fuchs im IK-Gespräch. Er freue sich über ein volles Haus mit jungen Menschen. Je mehr Leute dort zusammenkommen würden, desto mehr unterschiedliche Interessen seien vertreten – ob am Skaten oder Basteln. Die Kubus-Besucher würden auf diese Weise unterschiedliche junge Menschen kennenlernen, die ihr Wissen weitergeben und ihren Lebensweg schildern können.

Sonst würden Sozialstunden in Krankenhäusern oder in der Altenpflege absolviert, ohne pädagogische Begleitung, so Fuchs. Das sieht im Kubus natürlich anders aus.

Laut Fuchs leisteten bislang drei junge Menschen ihre Sozialstunden im Kubus ab, eine vierte Jugendliche fängt heute an. Bei allen handelte es sich um Schulabstinenzler. „Sie gehen nicht zur Schule oder nur sporadisch.“ Die Schulen und die Eltern, die sich teils nicht um ihre Kinder kümmern würden, seien überfordert. Daher würde es zu den Sozialstunden kommen. Die Jugendlichen würden Arbeit oft als etwas Negatives sehen, schildert Fuchs. „Sie bekommen hier neue Ideen, was man alles machen kann. Arbeit kann auch Spaß machen.“ Die meisten haben 30 bis 60 Stunden abzuleisten: Da sie pro Woche drei bis sechs Stunden im Kubus sind, sind sie durchaus über einen längeren Zeitraum vor Ort und können sich entsprechend einbringen. „Wir profitieren davon“, unterstreicht Fuchs. „Auch für die Kids ist es gut“, so sieht er Vorteile auf allen Seiten.

Von Paul Gerlach

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