Bürger fordert: „Viel intensiver überwachen“ / Zweite Probebohrung fertig

Kritik an Erdölbohrung bei Oerrel

+
Am Bohrvorhaben bei Oerrel gibt es nun erneut Kritik: Ein Bürger fordert eine intensivere Überwachung.

Oerrel – Bei der Dea-Bohrung nach Erdöl bei Oerrel (das IK berichtete) ist jetzt die zweite Probebohrung Hankensbüttel Süd 97 fertiggestellt worden. „Die Bohranlage ist abgebaut, heute ist die Platzübergabe“, sagte Sprecher Derek Mösche gestern gegenüber dem IK.

Alles verlaufe weiter nach Plan. Ein Bürger äußert indes Kritik an dem Vorhaben. „Man sollte die aktuelle Bohrerei in Oerrel viel intensiver überwachen. “.

Von Mitarbeitern, die dort nicht mehr arbeiten würden, wisse er, dass das Bohrgeschäft dort zu „erheblichen Verletzungen“ geführt habe. Angeblich sei „nach Problemen ein Teil der Führung ausgetauscht“ worden. Er habe mit einem Freund die Bohrung mal genauer ansehen wollen, sie seien aber vom Wachpersonal abgedrängt worden. Politiker sollten sich diese Bohrstelle schon mal etwas genauer ansehen, sie liege schließlich im Wasserschutzgebiet Schönewörde.

Mösche sagte, dass es personelle Änderungen gegeben habe, verwies aber auf die ITAG, die die Arbeiten vor Ort für die Dea umsetzt. Dort heißt es gestern auf IK-Anfrage hin, dass es nur normale Schichtwechsel gegeben habe, „nichts außer der Reihe“. Zu Verletzungen von Mitarbeitern im Betriebsablauf gab das Unternehmen keine weiteren Auskünfte. Laut Kenntnisstand von Mösche soll es sich in einem Fall um einen geprellten Fuß und in einem anderen um eine Verletzung beim Ablegen eines Werkzeuges handeln, jedenfalls nicht um „erhebliche Verletzungen“.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Imke Byl hatte auf die Kritik des Bürgers hin betont, dass es für sie unverständlich sei, „dass ein Konzern wie Dea gerne Worte wie Transparenz fallen lässt, Sie dann aber nicht auf den Bohrplatz lässt“. Über diesen Vorwurf zeigt sich Mösche verwundert. Der Bürger sei allem Anschein nach vor gut einer Woche erschienen – in einer Phase, als die Bohranlage gerade abgebaut wurde. „Da ist es dann schwierig, jemanden über den Platz zu führen.“

Generell ermögliche das Unternehmen Ansinnen von Interessierten, sich das Gelände anzuschauen. Dies sei auch schon mehrfach so gemacht worden. Der Bürger sei aber ohne Anmeldung erschienen und habe auch keine Kontaktdaten hinterlassen.

Byl hält eine Förderung in Wasserschutzgebieten für „absolut unverständlich“. Die Forderung, keine Bohrungen in Wasserschutzgebieten zuzulassen, hätten die Grünen daher auch im Landtag als Antrag eingebracht.

Zu dessen Status sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann, dass noch überprüft werde, inwiefern das Land Einfluss nehmen dürfe. Schließlich gehe es um Bundesrecht. SPD und CDU hätten sich im Koalitionsvertrag gegen Bohrungen in Wasserschutzgebieten ausgesprochen. „Dazu stehe ich.“

Mösche betont besonders mit Blick auf die Lage im Wasserschutzgebiet: „Der Schutz des Wassers ist das oberste Ziel. Wir können das sicher und umweltgerecht darstellen.“

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare