1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

Kreisweiter Leitfaden für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen

Erstellt:

Von: Paul Gerlach

Kommentare

Blick auf einen Solarpark, im Hintergrund sind Windräder zu sehen.
Im Landkreis Gifhorn werden aktuell „gute Kriterien“ für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen entwickelt: Ein einheitlicher Leitfaden soll her. © dpa

Landkreis Gifhorn – Der Solar-Ausbau wird durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Energiekrise beflügelt: Die Nachfrage nach Freiflächen-Photovoltaik ist groß, Investoren wollen sich entsprechende Flächen sichern. Potenzielle Pächter, die eine solche Anlage errichten wollen, locken mit hohen Pachtzinsen. Zugleich droht eine Reduzierung der landwirtschaftlichen Flächen, die damit für die Nahrungsmittelerzeugung verloren gehen würden. Dieser Gemengelage ist man sich im Landkreis Gifhorn bewusst: Das Vorgehen soll demnach möglichst kreisweit koordiniert werden, es wurden bereits Arbeitsgruppen gegründet.

Das Ziel der Kreisverwaltung ist die „Entwicklung eines gemeinsamen Leitfadens mit guten Kriterien“, bestätigt Kreissprecherin Friederike Steemann auf IK-Anfrage. Am vergangenen Dienstag, 20. September, gründeten sich dazu drei fachliche Arbeitsgruppen, die in den nächsten Wochen in einem von der Kreisverwaltung moderierten Prozess die Erstellung des Leitfadens verantworten.

Insbesondere geht es um konkretisierte Kriterien für die Errichtung von Freiflächen-PV-Anlagen. Die Investoren stehen bekanntlich bereits Schlange. Durch kreisweit einheitliche Regelungen würden somit den Kommunen, die für die Bauleitplanung zuständig sind, Entscheidungen erleichtert werden. Es soll ein „Ausspielen“ der Gemeinden und Gebietskörperschaften verhindert werden, war zuletzt aus politischen Kreisen zu hören. Bei der Abwägung und letztlich bei der Genehmigungsfrage von Anlagen liegt der Ball schließlich bei den Kommunen. Auch aus diesem Umstand resultiert der Wunsch nach einem einheitlichen und abgestimmten Vorgehen.

Bei der Auftaktveranstaltung am 20. September kamen bereits viele Beteiligte zusammen: die Hauptverwaltungsbeamten, Vertreter aus der Kommunalpolitik, Vertreter der Fachverbände (KONU, Naturschutzbeauftragte, Landvolk oder auch Landwirtschaftskammer) sowie Mitarbeiter der fachbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe der Kreisverwaltung. „Das Thema Erneuerbare Energien ist der Kreisverwaltung des Landkreises Gifhorn ein großes Anliegen“, betont Steemann. Der Auftaktabend diente der Vernetzung und bot fachlichen Input: Götz-Dietrich Wolff von der UKA Nord Projektentwicklung aus Rostock hielt einen Fachvortrag zu den technischen Aspekten von Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen.

Hankensbüttels Samtgemeindebürgermeister Henning Evers betonte in puncto „abgestimmtes Vorgehen auf Kreisebene“, dass man sich grundsätzlich die nötige Zeit nehmen werde. Ein Wildwuchs bei den Anlagen solle vermieden werden. Denn in Bezug auf die Landes-Raumordnung zeichne sich ab, dass die Hürden für die Anlagen „nicht ganz so hoch“ sein werden.

Auch interessant

Kommentare