Dea holt mit seinen aktuell elf Anlagen 33,2 Tonnen täglich aus dem Feld Hankensbüttel aus der Erde

Konzern will Öl-Förderung verdoppeln

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Gestern arbeiteten die Bauarbeiter an einem der Ansatzpunkte für den Bohrturm. Der zweite Ansatzpunkt ist zwölf Meter links daneben. Dahin wird die Konstruktion hydraulisch verschoben, nach dem die erste Bohrung abgeschlossen ist.

Dedelstorf/Hankensbüttel. Gerade einmal sieben Mann arbeiten auf der Baustelle für das neue Dea-Ölförderungsareal Hankensbüttel-Süd 96 und 97.

Und die haben beispielsweise in den vergangenen Wochen 5500 Kubikmeter Sand mit Raupen bewegt, um das abschüssige Gelände zwischen Emmen und Hankensbüttel zu nivellieren.

„Sieben Leute reichen. Die arbeiten effizient“, sagt Bauingenieur Matthias Krüger. Das müssen sie auch, damit im Oktober der Bohrturm aufgestellt und mit den Bohrungen begonnen werden kann. Die Anlage arbeitet derzeit noch in Österreich. Nachdem sie dort zerlegt ist, transportieren sie Tieflader in den Nordkreis. „Haben wir die Genehmigung, kann es losgehen“, so Dea-Sprecher Derek Mösche.

Weil die Ölförderung unweit eines Trinkwassergebietes auch auf Ablehnung stößt, verweist Mösche auf die Maßnahmen des Konzerns zum Schutz des Grundwassers. Zum Beispiel: Nach Abschluss des ersten Bohrabschnitts würden Stahlrohre eingebracht und einzementiert. Dadurch würde der Bereich zwischen Bohrung und umliegenden Untergrund abgetrennt und abgedichtet, sodass ein Kontakt mit Grundwasser ausgeschlossen sei, heißt es in einem Papier der Dea. „Auch haben wir eine neue, zehn Kilometer lange Nassölleitung verlegt.“ Dea habe mehrere Millionen Euro darin investiert.

Elf Förderanlagen betreibt das Unternehmen im Feld Hankensbüttel. Die holen täglich 33,2 Tonnen Erdöl an die Oberfläche. „Mit der neuen Anlage hoffen wir, unsere Förderung von diesem Feld zu verdoppeln“, sagt Mösche. Und die Qualität des Öls aus der Heide sei weitaus besser als die des Öls aus der deutschen Nordsee. Die Vorkommen liegen nicht als Blasen vor, sondern sind in Gesteinsschichten eingelagert. Während die Speichergesteine im Bereich Leiferde sich in rund 800 Metern und im Bereich Wesendorf in rund 1000 Metern Tiefe befinden, fördert Dea in Hankensbüttel aus 1500 bis 1700 Metern Tiefe.

Welche Fördertechnik eingesetzt wird, entscheide sich nach der Größe der gefundenen Menge. Ist sie hoch, wird eine Tauchkreiselpumpe am Ende des Fördergestänges montiert. „Dann sieht man an der Oberfläche weniger von der Förderanlage“, so Derek Mösche. Ist sie niedriger, lässt der Konzern die in der Region bekannten Pferdekopfpumpen montieren. Ende des Jahres will Dea erstes Öl aus dem Boden des „Zillertals“ pumpen.

Von Jens Schopp

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