Ausgesetzter Staffordshire Bullterrier wieder eingefangen / Fallzahlen sinken stark

Komplizierte Hunderettung in Steinhorst

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„Der Hund muss sich erst mal beruhigen“, so Petra Paeger vom Tierschutz Isenhagener Land.

Steinhorst. Mit großem Aufwand wurde am Mittwochnachmittag ein ausgesetzter Hund, der sich bei Steinhorst losgerissen hatte, wieder eingefangen.

Der Staffordshire Bullterrier war neben einem Kartoffelfeld an der Landstraße 282 zwischen dem Großen Kain und Steinhorst an einen Baum angebunden und ausgesetzt worden. Das Tier riss sich bei Eintreffen der Polizei los und konnte erst nicht wieder eingefangen werden.

Mit einer großen Falle wurde der Hund eingefangen.

Mit einer großen Lebendfalle gelang es dem Tierschutz Isenhagener Land schließlich aber doch. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, erklärte Petra Paeger vom Tierschutzverein im IK-Gespräch. „Denn eine solche Falle haben wir eigentlich gar nicht. Es war ein reiner Glücksgriff, dass der Tierfänger Heino Krannich gerade mit einer solchen Falle parat war.“ Auch der Jagdpächter war ausgesprochen hilfsbereit und bemüht, den Hund wieder einzufangen, wie Paeger betonte. „Eine solche Aktion klingt immer recht simpel, aber es hängt ein großer Rattenschwanz dahinter. Und wenn der Jagdpächter dann die Aufstellung der Falle verweigert, weil ja auch andere Tiere angelockt und gefüttert werden könnten, dann macht man eine lange Nase.“

Für den Hund habe wegen der vielbefahrenen Straße eine nicht zu vernachlässigende Gefahr bestanden. Außerdem sei der Staffordshire Bullterrier sehr verstört gewesen. „Er vermisst seine Menschen“, erklärte die Tierschützerin. „Nun muss das arme Tier erstmal zur Ruhe kommen.“

Seit der Einführung der Chip-Pflicht sei die Aussetzung von Hunden im Isenhagener Land stark zurückgegangen, wie Paeger anmerkt. „In diesem Jahr ist das der zweite Fall, wir hatten schon einen Hund bei Croya.“ Da auch der Staffordshire Bullterrier gechipt war, liegen der Polizei Anhaltspunkte für weitere strafrechtliche Ermittlungen vor. Gegen den Besitzer des Hundes wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. „Zum einen wurde das Tier einfach ausgesetzt“, sagte Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter. „Zum anderen wurde das Tier angebunden, ohne Nahrung, ohne Wasser, und hatte keine Möglichkeit, sich selbst zu versorgen.“ Dies erfülle den Tatbestand der Tierquälerei – und kann sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Ob der Besitzer selbst das Tier ausgesetzt habe oder jemand anders, sollen die Ermittlungen ergeben.

Von Dennis Klüting

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