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Ein Kleinod droht zu verlanden

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Nur noch ein schmaler Arm des Bredenbeck fließt entlang der idyllisch gelegenen Insel. Verstärkt durch den trockenen Sommer droht die komplette Verlandung. Foto: Schossadowski

Hankensbüttel. Einst diente sie Liebespaaren als Treffpunkt, doch heute macht sie nicht mehr viel her:. Der Zustand der Nachtigall-Insel im Hagen in Hankensbüttel ist nicht nur dem Heimatverein Hankensbüttel-Isenhagen ein Dorn im Auge. Das Kleinod ist von Verlandung bedroht.

Auch der Verwaltung ist das Problem bekannt, doch bisher hatte der Bauhof keine Ressourcen, um das Gelände zu säubern, erklärt stellvertretender Gemeindedirektor Marc Bludau auf IK-Nachfrage.

„Es muss dringend etwas geschehen“, sagt Heimatvereins-Vorsitzende Ingrid Wrede auf Nachfrage des IK. Sie hat sich bereits an die Gemeindeverwaltung mit der Bitte um Abhilfe gewandt. Wrede, die auch Mitglied des Hankensbütteler Gemeinderates ist, möchte, dass sich der Fachausschuss und dann der Rat mit dem Thema „Verlandung der Nachtigall-Insel“ befassen. Auch Bludau ist der Auffassung, dass sich der Fachausschuss mit dem Thema befassen sollte und dem Rat empfiehlt, wie es dann weitergehen soll. Er geht davon aus, dass der Bauhof dann gefordert sein wird.

Das Kleinod ähnelt inzwischen eher einer Halbinsel: Der nördliche Arm des Baches Bredenbeck, der die Insel umfasst, ist im Begriff zu verlanden. Verstärkt wurde der Eindruck durch den trockenen Sommer und dem dadurch gesunkenen Wasserspiegel.

Morast und Pflanzen, durchsetzt mit Totholz, prägen das Bild am nördlichen Ufer der Insel. Der aus vielen kleinen Quellen gespeiste Bach, der rund 300 Meter weiter im „Paradies“ in den Emmer Bach mündet, hat hier an der Insel keine Chance mehr, diese Melange zu durchspülen: Das Gewässer kann die Insel nur noch auf einer Seite umfließen. Und selbst dort ist aus der einstigen Wasserfläche inzwischen nur ein schmaler, kleiner Strom geworden (das IK berichtete).

Der Hagen gehört zur Staatsforst. Aus deren Sicht ist eine Verlandung nicht tragisch. Der Trend gehe bei Quellbereichen und Kleingewässern eher zur Naturbelassenheit. Wenn die Gemeinde aus touristischen oder kulturhistorischen Gründen Gegenmaßnahmen wünscht, will sich das zuständige Forstamt in Unterlüß einer Diskussion nicht verschließen. Dafür müsse der Impuls aber aus Hankensbüttel kommen, heißt es. Das ist inzwischen bekanntlich geschehen, denn sowohl die Gemeinde als auch der Heimatverein wollen das Kleinod im Hagen erhalten.

Von Walter Manicke

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