Ungewöhnliche Besucher in der Gartenlaube der Familie Olfermann in Steinhorst

Kleine Waschbären als Untermieter

Neugierige Blicke aus dem Versteck. Foto: Privat

Steinhorst. Den Naturpark im eigenen Garten – das hat momentan Familie Olfermann aus Steinhorst. Auf dem Dachboden ihrer Gartenlaube am südwestlichen Ortsrand hat es sich ein Waschbärenpaar mit mehreren Jungtieren bequem gemacht.

Am Pfingstwochenende habe man zum ersten Mal ein verdächtiges Rascheln vom ungenutzten Zwischenraum des kleinen Holzschuppen aus hören können, berichtet Familienvater Jörg Olfermann. Zuerst hätten sie es für einen Marder gehalten, doch als er ein paar Tage später auf dem Heimweg von der Arbeit einen toten Waschbären in einem Waldstück am Straßenrand liegen sah, habe er auch diese Möglichkeit nicht mehr ausgeschlossen, so Olfermann.

Die Gewissheit gab es vor wenigen Tagen, als seine Frau Dagmar den Schuppen mit den darin aufbewahrten Gartenwerkzeugen abends abschließen wollte: Aus einer kleinen Öffnung direkt unter dem Dach lugte eines der Jungtiere neugierig hervor. Ein schnell geschossenes, durch die einsetzende Dämmerung leicht unscharfes Foto, beweist es: Die Untermieter sind keine Marder, sondern waschechte Waschbären!

Jörg Olfermann schätzt, dass es sich um drei Jungtiere und das dazugehörige Elternpaar handelt. Zutraulich seien diese aber keineswegs. „Da würde ich meine Hand nicht reinhalten“, sagt er. Auch ein Jäger, dessen Rat er gesucht habe, habe ihm dringend davon abgeraten, den Tieren zu nahe zu kommen, da ihn die Alttiere sonst als Eindringling ansehen und wahrscheinlich angreifen würden.

Aber eins steht fest: Bleiben können die tierischen Untermieter nicht. Vor dem Hintergrund, dass sich die nachtaktiven Tiere schon an einer Mülltonne und an einem Gelben Sack vergriffen hätten, befürchtet Olfermann, dass sie nun auch seinem Gewächshaus einen nächtlichen Besuch abstatten und sich an seinem dort angebauten Gemüse bedienen könnten.

Der Jäger und das Forstamt sähen den einzigen Weg im Aufstellen von Lebendfallen, was aber wahrscheinlich den Tod der Tiere mit sich bringen würde. Und das möchte die Familie natürlich nicht. Am liebsten würden sie die Waschbären in einem Wildpark oder einer ähnlichen Einrichtung behütet wissen, aber Anfragen beim Nabu und beim Otter-Zentrum blieben bisher erfolglos. Dennoch sind die Olfermanns offen für Vorschläge und Angebote und sind unter Telefon (0 51 48) 8 74 erreichbar.

Von Kai Schimpf

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