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„Klasse statt Masse“

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Um Hankensbüttel stehen bereits einige Windräder, weitere sollen folgen. Die neu gegründete Bürgerinitiative kritisiert in ihrem Programm auch das mutmaßliche „Zerspargeln“ der Landschaft durch Windräder. Foto: Peter

Hankensbüttel. „Erneuerbare Energien ja – aber Klasse statt Masse“, das ist einer der Leitsätze der neu gegründeten Bürgerinitiative Pro-Landschaftsbild-Samtgemeinde-Hankensbüttel.

Die Bürgerinitiative (BI) fordert keine massive Ausweitung der Großmastanlagen (Schwein- oder Geflügelmast) und Biogasanlagen sowie kein massiertes Zusammenlegen von Windkraftanlagen.

Politik und Verwaltung hätten die Pflicht, die Interessen der Bürger und Wohnhausbesitzer zu vertreten, findet die BI. Ein Wikingerdorf, wie es in Hagen entstehen soll, widerspreche dem originären Heidecharakter und der Darstellung des Landschaftsbildes. „Massives Verändern des Landschaftsbildes durch Monokulturen (Maisanbau für Biogasanlagen), Errichten von Mastanlagen, gepaart mit Windparks und Biogasanlagen“ – aus Sicht der BI eine nicht wünschenswerte Situation.

Zum vorläufigen Programm der Bürgerinitiative gehören zwölf Punkte. Dazu zählt die Sensibilisierung der „Bürger und Ratsmitglieder dafür, dass die Natur im Umfeld der Ortschaften allen Bürgern dienen muss. Bürger der Samtgemeinde haben ein Recht darauf, ihr anziehendes Landschaftsbild zu behalten“, heißt es im Programm. Bürger hätten auch ein Recht darauf, dass ihr Grundbesitz nicht durch „Zerspargeln“ der Landschaft durch Windkraftanlagen an Wert verliere. Die BI glaubt: Diese Vorhaben erhöhten nicht den Zuzug, sondern eher die Abwanderung.

Bei Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen muss zu Wohnhäusern ein Abstand von 1500 Metern zum Schutz der Bürger in die Planung einfließen, fordert die BI. Ein Zusammenschluss alter und neuer Windparks sei zu unterlassen, Vogel- und Fledermausschutzgebiete seien sofort zu orten, und alle Orte der Samtgemeinde sollen verfügen, dass Gülle aus Ställen und Biogasanlagen nur mit einem Abstand von 400 Metern zur Wohnbebauung ausgebracht werden darf.

Maisanbau für Biogasanlagen sei als Energieerzeugung zu sehen, das Ernten habe sich nach den Zeiten der gewerbsmäßigen Betriebe zu richten – Ruhe ab Sonnabend ab 12 Uhr sowie ganztägig an Sonn- und Feiertagen, fordert die BI. Und: Bepflanzte Erdwälle um Biogasanlagen, Silagegroßflächen und Großmastanlagen sollen dem Bürger die Sicht darauf nehmen. Ein weiteres Thema der BI sind auch Ausgleichsflächen.

Die BI will Flyer verteilen und durch Hinweistafeln ihre Sichtweise demonstrieren. „Wir sind für alle Menschen aus der Samtgemeinde offen“, sagt der vorläufige Sprecher der BI, Uwe Weber. „Berufsdemonstranten“ wolle die BI nicht, die verstärkt Eigentümer von Wohngrundstücken ansprechen möchte. Der Mix aus Windparks, Mast-ställen und Monokulturen durch Biogasanlagen sorge für einen Verlust des Landschaftsbildes und verdränge den sanften Tourismus, glaubt Weber. Der Bürger wolle bei der Planung weiterer Anlagen mitgenommen werden.

Weber: „Wir wollen den Landwirten nicht ihren Verdienst aberkennen. Es muss eine differenzierte Feinplanung der Projekte erfolgen.“ Interessierte können sich an Uwe Weber aus Emmen wenden, E-mail: BI-Pro-Landschaftsbild-SGH@web.de.

Von Sabine Peter

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