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Kirche tritt Harsahl bei

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Windkraft ist in Hankensbüttel derzeit ein großes Thema.

Hankensbüttel. Der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Hankensbüttel hat sich am Mittwochabend für den Beitritt zur Eigentümergemeinschaft „Harsahl“ ausgesprochen, bei einer Enthaltung von Hinrich Hornbostel. Die Gemeinschaft plant die Errichtung weiterer Windkraftanlagen als Verlängerung des Windparkes Wettendorf-Bottendorf (das IK berichtete). Die Kirche besitzt Flächen in dem Gebiet, dass die Harsahl für ihre Windräder ins Auge gefasst hat. Dabei handele es sicher aber um relativ kleine Flächen, informierte der Kirchenvorstand.

Die Hankensbütteler Kirchengemeinde war der Eigentümergemeinschaft bisher noch nicht beigetreten. Kirchenvorstandsvorsitzender Hinrich Hornbostel erklärte, dass man sich innerhalb des Gremiums bisher uneins über diese Entscheidung war und daher mit der Kirchengemeinde ins Gespräch kommen wollte. Der Vorstand lud daher zu einer öffentlichen Sitzung ein.

Mit dabei waren auch Vertreter der Harsahl, die ihr Vorhaben anhand einer Karte darstellten. 17 Windräder seien maximal theoretisch möglich. Entschieden sei aber noch nichts, betonte Dirk Niebuhr als einer der Sprecher der Harsahl. Die Entscheidungshoheit – ob und wie viele Windräder letztlich entstehen sollen sowie die Nabenhöhe und der Abstand vom Ort – liege beim Gemeinderat. Zunächst geht es erst einmal um einen Grundsatzbeschluss – um die Genehmigung, dass die Harsahl überhaupt Windräder aufstellen darf. Der Gemeinderat Obernholz und auch Sprakensehl hätten bereits ihre Einwilligung gegeben, informierte die Gemeinschaft.

Unter den Zuhörern saßen auch Mitglieder des Hankensbütteler Gemeinderates sämtlicher Fraktionen, die dadurch auch ein Meinungsbild der Bürger bekommen wollten. Die Meinung unter den Zuhörern war geteilt. „Wir sind kein Windgebiet“, „17 sind zu viele, ein paar Windräder wären in Ordnung“ oder „Atomenergie wollen wir aber schließlich auch nicht“, waren Stimmen aus der Bevölkerung. Ein Bürger äußerte, dass ein Umdenken in der Gesellschaft stattgefunden habe und die Tendenz daher verstärkt zu regenerativen Energien geht. Ingrid Wrede drückte ihre Ablehnung gegenüber neuen Windrädern aus. „Man kann nicht den Ausstieg aus der Atomkraft fordern und vor Ort kneifen“, fand Peter Dietz (Grüne).

Pastor Jens Seliger sprach von einem „gesellschaftlichen Dilemma“. In der Kirchengemeinde gebe es die Befürchtung, dass die Landschaft „zerspargelt“ würde und der Blick vom Hankensbütteler Friedhof durch weitere Windräder getrübt würde. Ein solcher Ausblick wäre für manche schwer vorstellbar, meinte Hornbostel. Martin Rausch (SPD warf ein, dass man auch an die Kinder und die Zukunft denken müsse. Zudem hätten Windräder für manche auch einen Wertschöpfungsaspekt.

Pastorin Monika Krösche äußerte, dass neben dem Votum des Kirchenvorstandes auch die Genehmigung der Landeskirche erfolgen müsse. Diese stehe aber hinter der Windkraft.

Von Sabine Peter

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