Ersatz bei Leitungsstücken / BI: „20 Meter sind Frechheit“

Keine Ölleckage bei Steinhorst

Bei den freigelegten Stahlleitungen werden jeweils 20 Meter durch GFK ersetzt. Eine von der BI Öl im Isenhagener Land vermutete Leckage gab es laut Exxon Mobil nicht.
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Bei den freigelegten Stahlleitungen werden jeweils 20 Meter durch GFK ersetzt. Eine von der BI Öl im Isenhagener Land vermutete Leckage gab es laut Exxon Mobil nicht.
  • Max Morrison
    vonMax Morrison
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Steinhorst – Bei zwei Ölleitungen 700 Meter nördlich der Ölstation von Exxon Mobil, direkt neben der K 2 von Steinhorst nach Groß Oesingen, hat das Unternehmen jährlich notwendige Überprüfungen vorgenommen.

Außerdem wurden Vorbereitungen getroffen, jeweils rund 20 Meter Stahlleitung durch korrorosionsbeständigen glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) zu ersetzen. Wegen der Aufgrabung hatte die BI Öl im Isenhagener Land zunächst gemutmaßt, dass es sich um eine undichte Leitung handelt. Exxon Mobil-Pressesprecher Klaus Torp sagte dem IK: „Bei den freigelegten Leitungen sind weder Leckagen noch Undichtigkeiten aufgetreten. “.

An der westlichen Seite der Ölstation Eldingen von Exxon Mobil waren mehrere Leitungen freigelegt. Christian Schroeder, Mitglied bei den Grünen im Kreistag und bei der BI, verwies in einer Pressemitteilung darauf, dass es in diesem Bereich im Dezember 2014 die zuerst unbemerkte große Leckage mit dem Austritt von 1,6 Millionen Litern Lagerstättenwasser in Boden und Grundwasser gegeben habe. Sein Eindruck: Die Bilder, die die BI vor Ort aufgenommen hat, zeigen „den erbärmlichen Zustand der alten Leitungen“. Die maroden Netze müssten umgehend stillgelegt werden.

Laut Angaben von Torp wird aus Sicherheitsgründen bei den Leitungen jährlich der Kathodische Korrosionsschutz überprüft. Bei Auffälligkeiten würden die betreffenden Leitungsstellen lokalisiert, freigelegt, einer Sichtprüfung unterzogen und bei Bedarf die Isolierung erneuert. Das sei bei den freigelegten Leitungsstellen erfolgt: Im ersten Fall sei bei einer außer Betrieb befindlichen und gereinigten Leitung eine nicht mehr benötigte Einbindung herausgetrennt und die offenen Enden sicher verschlossen worden. Anfang 2021 werde dort gearbeitet. An der zweiten Leitungsstelle seien vier Leitungen freigelegt worden, von denen noch zwei in Betrieb sind. Dort würden in diesem Zuge bei den zwei aktiven Leitungen Anfang 2021 jeweils rund 20 Meter Stahlleitung durch GFK ersetzt. Bis dahin wurden die beiden Stellen wieder mit Erdreich zugeschüttet.

Schroeder kritisierte, dass nur die 20 Meter der „korrosionsanfälligen Stahlleitung“ gegen GFK getauscht werden. Das sei eine Frechheit. Der Rest der kilometerlangen Leitung bleibe im Boden. „Das ist ein Skandal und Umweltschäden werden hier billigend in Kauf genommen.“ Torp sagte dazu: „Alle unsere Leitungen unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle sowie Zustandsüberprüfung und werden bei nicht ausreichender Integrität ausgetauscht.“ Die Stahlleitungen seien mit einem korrosionsfesten Kunststoffinnenrohr (PE-Inliner) ausgestattet. Nun werde ein kleiner Teil gegen GFK ausgetauscht.

Mit dem Zustand der Leitungen wird sich auch der Hankensbütteler Samtgemeinderat am 17. Dezember beschäftigen. Ratsherr Peter Dietz (Grüne) will von Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel wissen, ob es zutreffe, dass sich die Leitungen in Richtung Eldingen in keinem guten Zustand befinden und dass es nicht erneut zu einem Austritt belasteter Flüssigkeiten kam.

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