„Ich habe von Kind auf Blumen geliebt“

Kartenkunst aus dem Kloster: Konventualin in Isenhagen gestaltet farbenprächtige Motive

Konventualin Dagmar Gentner aus dem Isenhagener Kloster gestaltet Grußkarten mit Blumenmotiven. Inspirieren lässt sie sich im Klostergarten.
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Konventualin Dagmar Gentner aus dem Isenhagener Kloster gestaltet Grußkarten mit Blumenmotiven. Inspirieren lässt sie sich im Klostergarten.

Isenhagen – Der traditionelle Gartentag im Isenhagener Kloster im Juni jeden Jahres musste in 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen. „Es ist schade, dass wir den Garten nicht zeigen können“, fand Konventualin Dagmar Gentner.

Ihr kam daher die Idee, als Ersatz Grußkarten mit Blumenmotiven zu gestalten, um den jetzigen herausfordernden Zeiten etwas Harmonisches und Schönes entgegenzusetzen. Dabei ließ sie sich im Klostergarten inspirieren. Die Ergebnisse ihrer Arbeit kommen bei den Menschen im und außerhalb des Klosters gut an.

Die 68-Jährige mag alle Blumen. „Ich habe von Kind auf Blumen geliebt“, sagt die Wildkräuterexpertin des Klosters, wie sie von Äbtissin Susanne Jäger tituliert wird. Der Löwenzahn sei ihr Favorit, da sie dessen Pusteblumen-Samen schön finde, so Gentner. Auch Mohn, den sie bei ihrem Einzug vor zwei Jahrens ins Kloster mitgebracht hat, und Malve gehören zu ihren Lieblingen. Eigentlich alle Blumen, die sie für die Karten gezeichnet hat: also etwa noch Akelei, Tränendes Herz oder Ringelblume.

Die Blumenmotive versieht die Konventualin auf Wunsch mit Samentütchen, die alle im Klostergarten gesammelt und handverlesen verpackt werden (Gentner: „Das Ernten und Auspulen der Samen ist das Schwierige.“). Die Grußkarten schneidet Gentner per Hand zu, da sie nicht so gerne mit Maschinen arbeitet. Die Grußkarten werden dann – mit oder ohne Samentütchen – aus der Kartenstube des Klosters in alle Welt verschickt. Weitere Informationen unter www.kloster-isenhagen.de.

Wissen aus Berufsleben

Bereits zum letztjährigen Gartentag hatte Gentner drei Blumenmotive umgesetzt, nun hat sie ihr Sortiment vergrößert. Die Angst und die Unsicherheit, die durch Corona ausgelöst wurden, haben bei ihr ausgelöst, etwas Schönes aus diesen Zeiten herauszuziehen, erklärt Gentner ihre Motivation. „Es baut einen auf“, findet Äbtissin Jäger, die die Idee von Anfang an unterstützte. Gentners Interesse an solchen Themen kommt nicht von ungefähr: Ihr Vater war als freischaffender Künstler und Grafiker aktiv. Sie selbst arbeitete in künstlerisch-kreativen Bereichen, bevor sie im Kloster einzog. So war sie als Innenarchitektin und Möbeldesignerin sowie als Gestalterin von Beleuchtungskonzepten mit eigenem Standort in Braunschweig tätig. Auch im Bereich Grafik-Design hat Gentner berufliche Erfahrungen gesammelt. Expertise, die sie – kombiniert mit ihrer künstlerischen Ader – bestens im Kloster einbringen kann. VON PAUL GERLACH

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