Früherer Opern-Tenor Dietmar Cordan über seine Entdeckung im Männerchor

Karrierestart in Hankensbüttel

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Cordan bei einer Buchlesung im Salzburger Bildungswerk Lamprechtshausen im Februar 2017.

Hankensbüttel. „Hankensbüttel war für mich ein Schicksalsort“, sagt Dietmar Cordan. Der heute 77-Jährige war während seiner aktiven Karriere ein international bekannter Opern-Tenor.

Im Luftkurort wurde sein Talent erkannt – so kann Cordan sich auch gut vorstellen, für eine Stippvisite noch einmal nach Hankensbüttel zu kommen, wie Cordan jetzt im IK-Gespräch verriet.

Dietmar Cordan (r.) in der Rolle des David in der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner: Mit Karl-Walter Böhm trat er 1975 auf den Städtischen Bühnen in Essen auf. 

Cordan wurde am 8. Januar 1941 in Trier geboren. Mitte der 1960er-Jahre wurde er als junger Mann mit einer herausragenden Tenorstimme in Hankensbüttel entdeckt – und zwar als Mitglied des Männerchores. „Im Jahr 1963 wurde ich vom Chorleiter zu einem Hamburger Gesangsprofessor empfohlen“, erzählt Cordan. Er wechselte von seinem damaligen Beruf als Drogist bei Ehlers am Kreisel auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Im Alter von 25 Jahren studierte Cordan Operngesang an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin bei Harry Gottschalk. Cordan war von 1969 bis 1979 an der Oper Köln, am Städtebundtheater Hof, am Landestheater Salzburg sowie an den Städtischen Bühnen Augsburg und Essen engagiert. 1980 entschied er sich für eine freiberufliche Tätigkeit als Sänger.

Cordan, der 2014 seine Autobiografie „So wurde ich Opernsänger“ veröffentlichte, trat in seiner aktiven Karriere auf zahlreichen etablierten Bühnen im Inland und im europäischen Ausland auf. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten und Regisseuren zusammen.

Cordan hat einen Sohn und lebt heute mit seiner Ehefrau auf der Insel Silba in Kroatien und Salzburg. „In alter Verbundenheit komme ich gerne nach Hankensbüttel“, sagt Cordan. Wolfgang Marx, Vorsitzender des Männerchores, hätte sich sogar einen gemeinsamen Auftritt vorstellen können. Aber da muss Cordan wohl oder übel abwinken. „Ein gemeinsames Konzert mit dem Männerchor wäre sehr schön, doch mein eigener Gesangsanspruch wird dem altersmäßig nicht mehr gerecht.“ Auf eine Lesung im Kreise der Sänger und Freunde würde er sich nach eigener Aussage freuen. „Spontanes ist nicht auszuschließen.“

Von Paul Gerlach

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