Einsender fast überall in die Welt gereist

A. E. Johann-Preis in Hankensbüttel: Von der West-Sahara bis Australien

+
Alle Sieger bei der Verleihung des A. E. Johann-Preises in Hankensbüttel.

Hankensbüttel – Die ersten drei Sieger jeder Altersklasse des A. E. Johann-Preises kamen am Samstagabend ins Gasthaus Zur Linde nach Hankensbüttel, um die Ehrung bei der vierten Preisvergabe in Empfang zu nehmen.

Zuvor allerdings waren sie fast überall in die Welt gereist und hatten sich Notizen gemacht, scharf beobachtet und sich unter die Menschen gemischt.

Denn allen Preisträgern gemeinsam war, dass sie sich abseits von Massentourismus und All-Inklusive-Reisen mit der Kultur und den Menschen ihrer Gastgeberländer auseinandersetzten. Sie schauten sich genau Land und Leute, Kultur, Lebensweise und soziale Verhältnisse an. So lebte Berit Sellmann eine Woche in einer Jurte in der mongolischen Steppe, Néle Gsuck begegnete Aborigines in Australien, Marie-Sophie Raich reiste durch Indien und Luca David Calluso durch die West-Sahara. Ein Land, das von der Welt vergessen, von Marokko besetzt und wie viele andere sehr arm ist, so die Juroren.

So viele Bewerbungen um den Preis für die jungen Urlauber, eher Reisende oder Abenteurer, wie noch nie, gingen bei der A. E. Johann-Gesellschaft ein. Mehr als 100 an der Zahl, auch aus dem Ausland wie der Schweiz, Österreich oder Kamerun. Und so hatte die Jury, zusammengesetzt aus Vertretern der Literaturwerkstatt der KVHS, dem Schriftsteller Dieter Kreutzkamp, Jürgen und Elke Boden vom Alouette-Verlag sowie Pastor Karsten Heitkamp vom Lions Club Wittingen, auch ihre Mühe, die ersten drei Preise zu vergeben. „Ich hätte mir angesichts der vielen hervorragenden Arbeiten mehr Preise gewünscht, vor allem in den beiden höheren Altersklassen“, sagte Jurorin Gabriele Herzog.

Blanca V. Vespermann aus Hamburg holte sich den ersten Preis der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren – vor Julke Magarethe Kolb (Wardenburg) und Marie-Sophie Raich (Dresden). In der Altersgruppe 2 von 16 bis 20 Jahren siegte Kim Salmon (Leipzig) vor Santino Anderen (Waldbronn), der als einziger bei der Siegerehrung nicht dabei sein konnte, weil er gerade, ganz im Sinne von A. E. Johann, ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kenia ableistet, und Néle Gsuck (Lüneburg). In der Klasse 3, die von 21 bis 25 Jahren reicht, gewann Luca David Calluso (Berlin) vor Jana Luisa Aufderheide (Bochum) und Berit Sellmann (Kirchhundem).

Die ersten drei Sieger bekamen Pokal, Urkunde und Bücher sowie eine Laudatio von den Juroren. Die Erstplatzierten trugen kurze Ausschnitte ihrer Berichte vor. Sonderpreise gab es für Anne Zeiß (Frankfurt/Oder), die auf ihrer Reise mit dem Einkaufswagen Müll eingesammelt hat – für ihre „tolle Idee“, wie Rudi Zülch, Vorsitzender der A. E. Johann-Gesellschaft, sagte. Ebenso an Sidoine Dounito aus Kamerun – für das Erlernen der deutschen Sprache „in so kurzer Zeit“. Fast alle Einsender hatten erstmals teilgenommen, lediglich eine junge Dame war bereits einmal dabei, erklärte Zülch. Dank gab es vom zweiten Vorsitzende Günter Wolter auch an die drei Kulturvereine aus Wesendorf, Hankensbüttel und Wittingen, die den Preis unterstützen.

VON BURKHARD OHSE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare