Drei Tage lang Karneval in Hankensbüttel mit „Hankau ... Helau!“

Jecken laufen zur Höchstform auf

+
Starlight-Express, das Musical, das seit mehr als zwei Jahrzehnten in Bochum läuft, war auch Thema bei „Hankau... Helau!“. Die „Chaoten“schlüpften in die Verkleidungen. Zum 55. Mal stieg am Wochenende die Veranstaltung in Hankensbüttel.

Hankensbüttel. „Hankau Helau“ ist in die Jahre gekommen. Das merkt man allerdings nicht am Programm, das energiegeladen und fantasievoll daherkam, sondern an dem fortschreitenden Alter der Protagonisten.

Aus der Mäusegarde von einst sind die jungen Damen der Red Sparks geworden, wie Elferrats-Präsident Dirk Dankert am Wochenende bei der 55. Auflage der Karnevalsgaudi feststellte. Nicht nur seine eigene Tochter Janika schwang da leichtfüßig die Beine, sie brillierte zudem in der Bütt. Und auch die Isefunken, die Älteren unter den Jungen, schwebten grazil über die Bühne des Wiethorn.

Einen starken und wie immer beliebten Kontrast bildete der Elferrat, dessen genügsame Doppelzentner die Planken des Schützenheims erzittern ließen. À la „We will rock you“ tobten die Obernarren in feschen Dirndl und krachledernen Hosen durch das Publikum auf die Bühne und anschließend zurück.

Viel Spaß hatten alle Darsteller schon beim Training, wie Dankert feststellte, und den teilten sie am Freitag- und am Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag mit den Gästen. Die ließen sich nicht lange bitten, spielten Eisenbahn, schunkelten und riefen auch in den Saal: „Hose runter“ kam es von einer älteren Dame, als die Chaoten bei der Pinkelnummer auf den Toiletten saßen, eben mit Hose oben.

Livemusik war für die Chaoten, Pauli, Gordi und Erna auf Rollerblades, selbstverständlich. Auf Belinda musste das Publikum diesmal verzichten. Sie ist in Lappland auf großer Tournee, war zu erfahren.

Auf Andreas Kruse musste das Publikum allerdings nicht verzichten. Gemeinsam mit Heike Liss sang er diesmal den Rückblick Hankensbüttel, eben die neuesten Neuigkeiten aus dem Ort, der Hinterhof pausierte. Lidl weg, Wochenmarkt da und die Gymnasiallehrer hängen eine Stunde mehr ab, trällerten beide mit Unterstützung der Technik, der Hausband und des verkleideten Musikzugs. Und Kruse zeigte sich auch diesmal wandelfähig, kam als Belindas Oma Ilse mit Ehemann Wolfgang (Anna-Lena Lütkemüller) und gab es einen Einblick in eine viel zu lange währende Ehe.

Rockig wurde es mit den Isefunken, amüsant mit Dirk Kahrens, der als Fußballexperte Waldi Hartmann in den Schatten stellte. Zwei echte Typen stellte Kahrens dann mit Mona Heinicke dar. Ohne zu sprechen teilten sich beide mit dem gedruckten Wort mit. Da wurde es laut, schmutzig und am Ende fehlte gar die Druckerschwärze.

Andreas Kruse kam als Belindas Oma Ilse mit Ehemann Wolfgang (Anna-Lena Lütkemüller) und gab es einen Einblick ihre Ehe.

Humor zeigten auch „Freibier“, die sich diesmal ganz der Kirche widmeten. Die Teufelchen in Engelskostümen ließen vom Stapel, was etwa ein katholischer Büstenhalter ist. Öffnet man hinten den Verschluss, fallen vorne zwei auf die Knie. Wiedererkennungswert hatte auch das Zwiegespräch, das Claudia Kasprzyck als unbedarfte Computeruserin mit der Hotline-Dame Katharina Skerhutt führte. Paulus und Jonas Kasprzyck zeigten dagegen, wie sich die heutigen Gören zwischen coolen Sprüchen und Smartphone benehmen. Zugaben waren selbstverständlich, zumindest am Freitagabend, nicht am Samstag. Da sollte Zeit zum Tanz bleiben.

Kaffee und Kuchen wurden am Sonntag serviert. Alles in allem zeigte sich der Bühnenspielverein von seiner besten Seite. Auch die Präsidentenpremiere von Dankert gelang. Er ehrte die Jubiläumsauftritte, so Dieter Reisewitz, der seinen Silberauftritt feierte, stellte die Neulinge vor und lobte die Routiniers, die nicht fehlen durften.

Von Burkhard Ohse

Die Bilder

Hankau Helau 2014 - die Bilder (Teil 1)

Hankau Helau 2014 - die Bilder (Teil 2)

Hankau Helau 2014 - die Bilder (Teil 3)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare