Landvolk-Bezirksversammlung in Steinhorst: Vom Wolf bis zur Düngemittelverordnung

„Jammern hilft nicht weiter“

+
In Steinhorst tagte die Landvolkversammlung

Steinhorst. Mit welchem Wust an Anträgen, Vorschriften, Auflagen und neuen Gesetzlichkeiten die Landwirte auch in Zukunft zu kämpfen haben, wurde während der Landvolkversammlung der Bezirke Groß Oesingen/Wahrenholz und Hankensbüttel/Steinhorst im Ristorante Da Mario in Steinhorst deutlich.

Der Bezirksvorsitzende aus Steinhorst, Detlef Dehning, begrüßte die Mitglieder und freute sich über die gute Resonanz.

Landvolkvorsitzender Joachim Zeidler blickte zurück. „Das Plus in der Wirtschaft und gestiegene Löhne in Deutschland im vergangenen Jahr sind in der Landwirtschaft leider nicht angekommen“, stellte er fest. Viele Betriebe leben noch immer von der Substanz, auch weil durch Rekordernten bei Getreide und Feldfrüchten in den letzten vier Jahren die Preise im Keller sind. Aber auch bei den Fleischerzeugern sehe es nicht besser aus, und die Milchpreise seien in den letzten zwei Jahren regelrecht abgestürzt. „Hoffentlich hält der leichte Aufwärtstrend derzeit bei der Milch an“, sagte Zeidler und riet zur Schaffung von Rücklagen um entgegenzuwirken.

Positives vermeldet Zeidler bei den Kreditzinsen und bei den Düngerpreisen. „Hoffentlich bleibt es beim Dünger auch so“, erklärte er. Zudem ging der Vorsitzende auf die hohen Pacht- und Kaufpreise von Land ein, auf die Ausbreitung von Biber und Wolf und auch auf neue Gesetzlichkeiten. „Wenn die Gesellschaft zum Beispiel den Wolf will, dann soll sie auch für seine Schäden aufkommen“, sagte er.

Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse warb für Feldhygiene.

Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse setzte sich mit der verschärften Düngemittelverordnung und mit der geplanten Gewässerrandstreifenregelung, bei der keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel bis fünf Meter mehr ausgebracht werden dürfen, auseinander. „Das kann so nicht stehen bleiben“, sagte er. Weiter informierte er über ein neues Umsatzsteuerrecht für juristische Personen ab 2017, wonach Realverbände, Jagdgenossenschaften oder Beregnungsverbände umsatzsteuerpflichtig sind.

Stellen Landwirte Nematodennester auf ihren Schlägen fest, riet er außerdem zur verstärkten Einhaltung der Feldhygiene. Weiter warb der Geschäftsführer für eine Veranstaltung: „Wir machen Euch satt“ am morgigen Sonnabend, 21, Januar, von 10 bis 13 Uhr auf dem Kohlmarkt in Braunschweig. „Dort geht es uns um den Dialog und nicht um Protest“, so Böse.

In die gleiche Kerbe schlug Landvolkmitglied Rainer Wendt aus Zahrenholz. „Jammern hilft uns nicht weiter“, meldete er sich zu Wort. Und er riet, nach vorne zu schauen und sich immer wieder zu fragen: „Was können wir verändern.“ Jürgen Hirschfeld von der Bezirks-Arbeitsgemeinschaft Braunschweig-Gifhorn kritisierte die geplant 5-Meter-Regelung bei der Düngung an Gewässern. „Das ist praktisch eine Enteignung der Flächen“, sagte er. Er sprach sich dafür aus, in dieser Frage über neue Düngertechnik nachzudenken. Auch müsse das Gesetz so gestaltet werden, dass die Landwirte dort weiter wirtschaften können: „Ohne Ökonomie geht keine Ökologie.“

Dazu stellten Mitarbeiter des Landvolkkreisverbandes aus der Steuerabteilung, von der Sozialrechtsberatung und von den Landvolkdiensten gesetzliche Neuerungen vor, gaben Tipps zu Antrags- und Versicherungsverfahren sowie zur Kassenführung. „Und wer noch Fragen hat, der sollte sich immer an uns wenden. Wir sind für Sie da“, sagte Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse.

Von Rüdiger Lange

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare