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Isenhagen: Verfahren zur Schadensanalyse an Kunstobjekten erprobt

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Von: Paul Gerlach

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Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst hat das Terahertz-Messverfahren nun im Kloster Isenhagen erstmals erfolgreich eingesetzt.
Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst hat das Terahertz-Messverfahren nun im Kloster Isenhagen erstmals erfolgreich eingesetzt. © Gerlach, Paul

Isenhagen – Schäden an historisch wertvollen Holzobjekten wurden bislang vor einer Restaurierung durch „Abklopfen“ händisch analysiert. Nun gibt es eine neue Methode – das Terahertz-Messverfahren: Im Kloster Isenhagen wurden erste Messungen am Altar und an Skulpturen erfolgreich abgeschlossen.

Das Besondere an dieser aktuellen Forschung ist, dass damit nach Angaben der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) ein berührungs- und zerstörungsfreies Verfahren zur Schadenskartierung zum ersten Mal möglich ist. „Perspektivisch erhoffen wir uns, die Terahertz-Technik als neues Monitoring- und Kontrollverfahren im Restaurierungsbereich nutzen zu können“, sagt HAWK-Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Viöl.

Roksana Joachim (HAWK) nahm in Isenhagen die Schadenskartierung vor, auf die Corinna Lohse, Leitung der Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer Hannover, und ihr Team immer mal wieder über die nächsten zwei bis drei Wochen hinweg bei der Restaurierung aufbauen werden. Die Holzfestigkeit und der Befall durch Schimmelpilze und Insekten lässt sich nun beziffern und wurde festgehalten – nicht wie früher nur in 2D, sondern auch in 3D. Diese Technologie – samt Scanner und Roboterarm – wurde erstmals im Feld an Skulpturen des Marienaltars in Isenhagen angewendet. Durch die Untersuchungen an den gefassten Holzfiguren wurde eine dreidimensionale Tiefenkartierung der Schadensbilder erstellt. Durch den genau erfassten Zustand der Objekte ist nun eine fachgerechte Restaurierung leichter umzusetzen. Die Messdaten lassen sich immer wieder aufrufen und könnten womöglich künftig in einer Datenbank zur Verfügung gestellt werden.

Auch die Klosterkammer Hannover ist unter anderem an dem Projekt beteiligt und beteiligt sich mit einer kleinen Summe daran. Nähere Infos zum Projekt lassen sich unter www.hawk.de finden. Der Dank der Beteiligten ging gestern ans Kloster Isenhagen und Äbtissin Susanne Jäger für die Gastfreundschaft.

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