„Interesse ist nach wie vor da“

Die Partnerschaft zum Nachbarland wird gepflegt: Französiche Schüler waren 2010 in der Samtgemeinde Wesendorf zu Gast. Archivfoto: Peter

Hankensbüttel/Wesendorf - Von Sabine Peter. Die deutsch-französischen Beziehungen haben im Isenhagener Land nicht an Bedeutung verloren. Die gemeinnützige Gesellschaft für Kulturaustausch KulturLife, die seit 15 Jahren Auslandsaufenthalte organisiert, meldet hingegen, dass der Schüleraustausch nach Frankreich stark rückläufig ist.

Der Jugendaustausch mit Frankreich verliere immer mehr an Bedeutung für deutsche Jugendliche, teilt die Gesellschaft mit. „Die Teilnahmezahlen bei Austauschprogrammen mit unseren Nachbarn sind gegen den allgemeinen Trend stark rückläufig“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach Angaben des Deutsch-Französichen Jugendwerks nahmen im vergangenen Jahr 7 700 weniger Schüler an einem Austauschprogramm teil als im Vorjahr. Am kommenden Sonnabend, 22. Januar, wird der Deutsch-Französische Tag begangen.

Am Gymnasium Hankensbüttel kann von einem rückläufigen Schüleraustausch nach Frankreich nicht die Rede sein. Oberstudienrätin Margarete Dörr, die dort im Bereich des Schüleraustausches tätig ist, bestätigt, dass man sich „in einer guten Phase“ befinde. „Das Interesse der Eltern und Schüler ist nach wie vor vorhanden“, sagt sie. Und zwar von deutscher als auch französischer Seite. Im November seien 30 Schüler des Hankensbütteler Gymnasiums in der französischen Partnergemeinde Le Mesnil St Denis zu Gast gewesen. Die französischen Schüler werden im Gegenzug demnächst erwartet. Im Mai 2010 hatte die Gemeinde Hankensbüttel erst mit einer Besucher-Delegation aus Le Mesnil das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft und 40 Jahre Schüleraustausch gefeiert.

Allerdings würden die Schülerzahlen im Deutschunterricht an dem befreundeten französischen Collège zurück gehen, sagt Dörr. Auf der anderen Seite weiß sie auch, dass in deutschen Schulen, an denen spanisch und französisch unterrichtet wird, Schüler lieber spanisch als französisch belegen. Das liege meist auch daran, dass viele Schüler das Lernen von spanisch einfacher als französisch empfinden würden, was allerdings nur am Anfang der Fall sei. An dem befreundeten Collège in Frankreich gebe es eine Deutschlehrerin mit vielen neuen Ideen und großem Interesse. Dörr: „Der Erfolg des Schüleraustausches hängt auch davon ab, wie er auf deutscher und französischer Seite begleitet wird.“

Ein Rückgang des Austausches ist auch in Wesendorf nicht zu spüren, wie René Weber, Allgemeiner Vertreter im Wesendorfer Rathaus, und Ursula Kreft, Leiterin der Wesendorfer Haupt- und Realschule, bestätigen. „Wir pflegen unsere Freundschaft sehr“, sagt Weber. Der Brückenschlag zu Frankreich sei der Kommune wichtig. Der Partnerschaftskreis der wirke auch mit auf die Schule ein. Die Schüleraustausche nach Frankreich werden nach wie vor geplant und umgesetzt, sagt Kreft. Eine nicht unbedeutende Rolle spiele dabei aber auch die Finanzierung der Busfahrten, da die Reisen nicht mehr so großzügig bezuschusst werden.

„Das Interesse ist aber nach wie vor da“, bestätigt die Rektorin. Es gebe teilweise auch Kontakte zwischen Deutschen und Franzosen, die über die Jahre gewachsen sind. Im April fährt wieder ein Kurs der Wesedorfer Europaschule nach Frankreich. Die Samtgemeinde Wesendorf pflegt Kontakte zu den französischen Gemeinden Cuverville, Demouville und Sannerville.

Anlässlich des Deutsch-Französische Tages am Sonnabend bietet die Austauschorganisation KulturLife Schülern, Eltern und Lehrern Beratung an, Telefon: (04 31) 88 814 10.

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