In Gemeinde Hankensbüttel soll Konzept her, um Bedingungen für Bienen und Singvögel zu verbessern

„Insektenschutz müssen wir machen“

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Konkrete Maßnahmen, um die Lebensbedingungen von Bienen und heimischen Singvögeln zu verbessern, sind in der Gemeinde Hankensbüttel das Ziel. Dafür soll ein Konzept erstellt werden.

Hankensbüttel. Die Wählerinitiative Hankensbüttel (WIH) hatte beantragt, die Lebensbedingungen von Bienen und heimischen Singvögeln zu verbessern (das IK berichtete).

Maßnahmen könnten unter anderem die Einrichtung von Blühstreifen sein sowie das Reduzieren der Mäharbeiten an öffentlichen Flächen (Bolzplatz und andere) und an Randbereichen von Straßen und Wirtschaftswegen. Als weitere Maßnahme schlug die WIH die Anpflanzung von Vogelnähr- und Schutzgehölzen am Rande von Flächen und Wegen vor.

Grundsätzlich sollte der Antrag unterstützt werden, heißt es seitens der Verwaltung. Allerdings wäre festzulegen, welche Flächen nicht beziehungsweise nur noch ein oder zweimal gemäht werden sollen und wo Blühstreifen angelegt werden sollen. Sinnvoll wäre es, wenn sich dazu Fachleute, die Politik und der Antragsteller zusammensetzen und ein Konzept mit der Verwaltung erarbeiten würden.

Genau so war bei der Sitzung des Hankensbütteler Umweltausschusses nun auch der Tenor in der Politik. Dem Antrag der WIH soll grundsätzlich zugestimmt werden, empfahl der Ausschuss einstimmig an den Gemeinderat. Damit konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen und heimischen Singvögeln umgesetzt werden können, sollen sich Fachleute in Sachen Naturschutz, die Politik (Rainer Nuth, SPD, als Bauausschussvorsitzender und alle interessierten Ratsleute) sowie die Verwaltung zusammensetzen. Dann soll ein entsprechendes Konzept erarbeiten werden, das dann auch umzusetzen ist.

„Das ist eine tolle Sache. Ich stehe voll hinter dem Antrag“, sagte Nuth bei der Sitzung. „Wir sollten prüfen, wo wir das umsetzen.“ Ein Bürger wies darauf hin, dass der Bolzplatz nach schwerem Gewitterregen als Alternative zum Ackmann-Stadion genutzt werde – und zwar fast jeden Tag von der 1. Herren, der 2. Herren oder auch Jugend-Teams. „Da ist immer Betrieb.“

Elisabeth van Werde (CDU) betonte, dass der Rodelberg nur im Winter genutzt werde. Daher könne sonst an geeigneten Flächen wie dieser vielleicht nur einmal im Jahr gemäht werden, schlug sie vor. Randbereiche, die derzeit noch gemäht würden, könne man zukünftig dann weglassen. „Wir brauchen die Bienen und Insekten.“ Die Bevölkerung müsse dafür sensibilisiert werden. Sie wünschte sich einen Fachvortrag einer Expertin vom BUND.

Einen solchen Vortrag hält ihr Fraktionskollege Dirk Köllner nicht für nötig. Allen Beteiligten sei klar, dass niemand etwas dagegen habe, wenn weniger Maschinen zum Mähen eingesetzt werden müssten und das auch noch nicht mehr so oft. Dafür müsse man sich anschauen, wo die Gemeinde überall Flächen habe. „Dann kann sich jede Fraktion Gedanken machen, welche Flächen für solche Vorhaben geeignet sind.“

Hinrich Schulze (CDU), selbst Imker, hielt fest: „Insektenschutz müssen wir machen.“ Daher solle nicht mehr wie bislang bis in die letzten Ecken und Flächen hinein ausgemäht werden. Dabei solle man auch an Flächen denken, die sonst nicht so im Fokus stehen. Er führte etwa Schutzpflanzungen an Ackerrändern als Option an. „Es gibt genug Möglichkeiten – nicht nur innerorts, sondern in der gesamten Gemarkung.“

Von Paul Gerlach

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