Schreiben an Kultusministerin

Inklusion in Hankensbüttel: Mutter schildert Erfahrungen

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HANKENSBÜTTEL - Eine Mutter eines Inklusionskindes, das das Hankensbütteler Gymnasium besucht, hat sich mit einem Schreiben an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt gewandt: Es geht ihr um die Themen Inklusion und die Mehrarbeit für die Lehrer an den niedersächsischen Gymnasien.

Die Mutter schildert ihre positiven Erfahrungen: Ihr Sohn sei in einer Klasse mit nur 25 statt 32 Kindern in einem Klassenraum direkt auf dem Grundstück des Gymnasiums unterrichtet worden. Die Lehrer seien gut vorbereitet gewesen. Dem autistischen Schüler wurde für Klassenarbeiten ein separater Raum gestellt. Die Tatsache, dass er am Gymnasium im Rahmen der Inklusion beschult werden könne, sei ein toller Fortschritt, der der Politik zu verdanken sei, meint die Mutter. Sie sei sich der Herausforderung für die Lehrer bewusst: Inklusion brauche Zeit und engagiertes Personal.

Daher sei es aus ihrer Sicht kontraproduktiv, die Stundenzahl am Gymnasium zu erhöhen. Das sei nicht im Sinne der Inklusion behinderter Menschen, da die Tatsache, dass ausschließlich Schulbegleitungen und Sonderpädagogen für Behinderungen zuständig sind, aus ihrer Mutter nicht nachzuvollziehen sei. Ihre Folgerung: Wenn Inklusion gelingen solle, müssten die Gymnasien, an denen Kinder im Rahmen der Inklusion beschult werden, von einer Erhöhung der Arbeitszeit freigestellt werden.

Das Ministerium geht in seiner Antwort auf die Mittel-Umverteilungen ein, die durch die Beschlüsse der Landesregierung zur Bildungspolitik mit einhergingen – unter Beachtung der Schuldenbremse und der Konsolidierung des Landeshaushaltes. Die Erhöhung der Bildungsausgaben – bis 2017 mehr als 420 Millionen Euro für die „Zukunftsoffensive Bildung“ und mehr als 1 Milliarde Euro für die Bildung insgesamt – sei für die Landesregierung von zentraler Bedeutung. Umschichtungen im Kultusetat seien daher unerlässlich.

Das Ministerium spricht von einer „moderaten Anhebung“ der Unterrichtsverpflichtungen an den Gymnasien: Auch nach der Erhebung befände sich die Regelstundenzahl der gymnasialen Lehrkräfte in Niedersachsen im Ländervergleich und im Vergleich zu anderen Schulformen im unteren Bereich. Die Regierung halte die Erhöhung daher für angemessen und vertretbar. Mit der Maßnahme sollten im Interesse der Schüler notwendige bildungspolitische Reformvorhaben auf den Weg gebracht werden.

Zudem seien für die Lehrkräfte in erheblichem Maße Entlastungsmöglichkeiten geplant. So würden die Klassen an Gymnasien weiter verkleinert. Es werde auch darüber diskutiert, ob die Zahl der Prüfungsfächer und Klausuren auf dem Weg zum Abitur reduziert und ob auch andere Formen der Leistungsbewertung herangezogen werden könnten. So könne der Arbeitsaufwand für die Lehrer erheblich gemindert werden.

Von Paul Gerlach

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