„Ihr seid eine tolle Truppe“

Ehren-Gemeindebrandmeister Wilhelm Köllner blickte auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr zurück.

Wentorf - Von Jürgen Kayser . Am Wochenende wurde das 75-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr in Wentorf groß gefeiert. Zahlreiche Feuerwehr-Kameraden aus dem Isenhagener Land gaben sich dort die Ehre.

Ortsbrandmeister Heinz-Günter Buhr begrüßte beim Jubiläumsfrühstück am Sonnabend neben zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kirche Vertreter aus den politischen Gemeinden und Gremien der Samtgemeinde sowie Sponsoren.

Pastorin Monika Krösche, die die Rettungseinsätze der Feuerwehr-Aktiven im Umgang mit Schere, Hebekissen, Drehleiter und Atemschutzgeräten hervorhob, beschrieb besonders die psychische Belastung, der die Feuerwehrmänner dabei ausgesetzt sind. „Feuerwehrleute sind Realisten und Idealisten“, sagte sie in ihrer beeindruckenden Andacht. Sie sind Idealisten, weil sie sich einer Aufgabe verschrieben haben, die keinen materiellen Lohn bringt. Realisten sind sie, weil sie ihre Ziele selbstlos in die Tat umsetzen. DieFeuerwehrmänner und –frauen wollen helfen, retten, schützen, bergen“, beschrieb die Pastorin „die beiden Seiten“ der Feuerwehr, die nach dem Leitspruch handele: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ Beides gehöre zusammen, so wie die harte Arbeit des Feuerwehrdienstes und die innere Bereitschaft dazu.

Wilhelm Köllner hielt den Festvortrag über das Feuerlöschwesen im Rundlingsdorf. Der Ehren-Gemeindebrandmeister schlug den Bogen von einer Feuersbrunst im Jahre 1831 über die Gründung der Ortsfeuerwehr Wentorf im Jahre 1935 bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform (1974), die der Redner als Wendepunkt („Sternstunde“) der Feuerwehr bezeichnete, bis in die Gegenwart.

Als stumme Zeugin des Brandes anfangs des 19. Jahrhunderts, den Adolf Meyer-Immensen in einem Artikel veröffentlichte, ist eine Balken-Inschrift am Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Heinrich Dralle erhalten. An spektakulären Einsätzen führte Köllner besonders die durch Kriegshandlungen verursachten Brände sowie das Inferno der Waldbrandkatastrophe 1975 an, bei der fünf Kameraden (nicht aus Wentorf) ihr Leben ließen.

Die Wentorfer präsentierten im Gerätehaus eine Ausstellung zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr, an der Dr. Günter Dickmann maßgeblich mitgearbeitet hatte. Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel bezeichnete die Entwicklung der Wentorfer zu einer der leistungsstärksten Wehren als eine Erfolgsgeschichte. „Ihr seid eine tolle Truppe in jeder Hinsicht!“, rief er den Kameraden zu. Frank Imort, stellvertretender Gemeindebrandmeister, rühmte: „75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wentorf spiegeln Tradition, Kameradschaft und Gemeinsinn wieder.“ Dahinter stecken zahlreiche Namen, Hände und Herzblut, sagte der Steinhorster.

Werner Rodewald, Vorsitzende des Feuerschutzausschusses und Gemeindebürgermeister von Obernholz markierte eine dominierende Eigenheit der Wentorfer: „Ihr habt euch immer ein gesundes Selbstbewusstsein bewahrt.“

Emmens Ortsbrandmeister Carsten bedankte sich bei den Kameraden der Nachbar-Ortswehr für die gute Kooperation im vierten Löschzug. Martin Nagel, stellvertretender Kreisbrandmeister, und Frank Imort ehrten und beförderten verdienstvolle Kameraden (siehe Infokasten). Die Geburtstagfeier wurde von den Sterntalern und dem Spielmannszug Hankensbüttel musikalisch umrahmt.

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