Samtgemeinde denkt über zusätzliches Betreuungsangebot für Grundschulkinder nach

Ein Hort für Hankensbüttel?

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Hankensbüttel. Die Samtgemeinde Hankensbüttel will eine Lücke schließen – die künftige Lücke zwischen Kindergartenbetreuung und Ganztagsschule. Im Schul- und Kindergartenausschuss wurde am Dienstag erstmals laut über einen Hort nachgedacht.

„Der Bedarf ist zum neuen Schuljahr gegeben“, befand der Ausschussvorsitzende Martin Rausch, der einen fehlenden Hort als Standortnachteil bezeichnete. Die Zahlen der Verwaltung bestätigen den Wunsch der Eltern nach zusätzlicher Betreuung von Kindern am Nachmittag: Zwölf Kinder sind derzeit in der Schulkinderbetreuung, die in Räumen der Kita angeboten wird. Für das nächste Schuljahr liegen 13 weitere Anmeldungen vor.

Verwaltungsmitarbeiter Dieter Bieber skizzierte die Alternativen: Eine zweite Gruppe der Schulkinderbetreuung würde rund 21 000 Euro pro Jahr kosten, für eine Hortgruppe – mit umfangreicheren Betreuungszeiten – würden rund 37 000 Euro fällig werden. Im aktuellen Haushalt sind keine Mittel dafür vorgesehen, die Samtgemeinde müsste ein solches Vorhaben also über einen Nachtragshaushalt finanzieren, oder eben erst im Etat 2013.

Weil das Thema nicht offiziell auf der Tagesordnung der Sitzung stand, blieb die genaue Vorgehensweise auf dem Weg zu einem Hort am Dienstag offen. Thomas Sordel (SPD), forderte, man solle die Sache „schnell auf den Weg bringen“.

Doch viele Fragen sind noch offen. Neben der Finanzierung ist das auch die Standortfrage. Zudem bleibt zu klären, ob lediglich Hankensbüttel für einen Hort in Frage kommt oder ob auch ein Ort wie Steinhorst solch ein Angebot bekommen könnte. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres am 1. September alles in die Wege zu leiten, wird nach Einschätzung von Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel „schwierig“.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Politik mit dem Thema umgeht und wie schnell an einer Lösung gearbeitet wird. Die nächste Schulausschuss-Sitzung wäre erst im September, allerdings könnte eine ausreichende Zahl von Mitgliedern vorher die Einberufung einer Sitzung beantragen, Fraktionen könnten Anträge stellen.

Eltern, die in der Sitzung zu Gast waren, stellten die Frage, warum die Frage nicht eher behandelt worden sei – schließlich seien die Kinderzahlen doch seit April bekannt. Schuldzuweisungen wollte niemand vornehmen, Rausch sagte nur: „Ich hätte mir das heute auch etwas anders gewünscht.“ Die Eltern machten gleichzeitig deutlich, dass sie einen Hort – der auch in den Ferien geöffnet wäre – der Schulkinderbetreuung vorziehen würden.

Von Holger Boden

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