„Filme selber machen – mit uns“: Die Medienwerkstatt Isenhagener Land stellt sich vor

Hollywood in Hankensbüttel

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Klein, aber fein: Die Medienwerkstatt Hankensbüttel verfügt zwar nur über begrenzte Räumlichkeiten, dafür bietet die gemeinnützige Einrichtung modernste Technik und erfahrene Mitarbeiter, berichtet Projekt- und Ausbildungskoordinator Ulrich Willier (l.). Zum Vereinsvorstand gehören Thorsten Heinze (Mitte) und Dietrich Noeske.

Hankensbüttel. Wenn man an Filme denkt, kommen vielen Menschen meist Hollywood-Blockbuster in den Sinn, prominente Schauspieler und hohes technisches Niveau. Nichts, was auf den ersten Blick erreichbar scheint.

Aber auch im Isenhagener Land ist es möglich, Filmprojekte professionell und mit großem technischen Know-How umzusetzen. Die Medienwerkstatt in Hankensbüttel bietet Einzelpersonen, Projektgruppen, Schulen, Vereinen und Betrieben die Möglichkeit, alles, was von der Kamera festgehalten werden kann, als Film zu realisieren – und dabei aktiv mitzuarbeiten.

Das Verfahren wird von der gemeinnützigen Werkstatt bereits seit ungefähr 14 Jahren angeboten. „Das Archiv der Samtgemeinde war eine Art Vorläufer“, so Ulrich Willier, Projekt- und Ausbildungskoordinator der Medienwerkstatt, die von der Samtgemeinde Hankensbüttel unterstützt wird. Ein früherer Verwaltungsleiter wollte nicht nur das vorhandene Material präsentieren können, sondern auch die aktive lokale Filmdokumentation ermöglichen.

„Es braucht zuerst natürlich eine Idee, eine Geschichte“, erklärt Willier den Ablauf einer Realisation. Damit kämen dann Projektteilnehmer auf sie zu. Es folgt eine sogenannte redaktionelle Vorarbeit: Zusammen mit den Teilnehmern wird überlegt, wie der Film realisiert werden kann. Alle Fragen zur Umsetzung und Organisation sowie Finanzierung werden behandelt. Danach wird ein Drehplan aufgestellt. Die folgende Dreh- und Schneidearbeit findet immer in Zusammenarbeit mit den Projektteilnehmern statt. Die Mitarbeiter der Werkstatt steuern das Wissen, die modernste Technik sowie den Platz zum Bearbeiten bei. „Medienkompetenzvermittlung spielt eine große Rolle bei der Realisierung des Projekts“, erläutert Thorsten Heinze, der projektbezogen mit der Werkstatt zusammenarbeitet. Es sei ihnen wichtig, dass sich die Interessenten am Ende neben dem Filmergebnis auch ein Medienverständnis erarbeitet hätten.

Ein schwieriges Thema ist die Finanzierung, da die Medienwerkstatt als gemeinnütziger Verein keine Verluste und keine Gewinne machen kann. Über kleine Pauschalen und durch Verkauf der Produkte können Einnahmen generiert werden. Durch Spenden erhält sie manchmal Zuschüsse für moderne Geräte. Doch die Finanzierung der personellen Betreuung erweist sich als schwierig. Deshalb strebt die Medienwerkstatt eine Teilintegration in das Bildungszentrum des Landkreises Gifhorn an. Ziel ist es, eine Basisfinanzierung zu ermöglichen, die die Projektarbeit stabilisiert und Personalkosten deckt.

Eine andere Herausforderung für die Medienwerkstatt ist es, sachlich und unparteiisch zu bleiben. „Wir versuchen alle Standpunkte zu berücksichtigen, uns aber nicht anzupassen“, so Willier. „Wir sind nicht käuflich, zensieren und beurteilen nicht.“ Gerade bei der Arbeit mit Zeitzeugen müsse schließlich jede Sichtweise zu gleichen Teilen betrachtet werden, um eine objektive Darstellung zu garantieren. Auf der anderen Seite sei es angebracht, politische und sonstige Extreme nicht zu behandeln.

Kürzlich fand ein Gespräch mit dem neu gewählten Landrat Dr. Andreas Ebel statt. Der Vorstand nutzte das Kennenlernen, um sich und die Arbeit der Medienwerkstatt vorzustellen sowie über die Erhaltung und die Entwicklung zu reden. „Möglicherweise lässt sich auch ein neuer Film über den Landkreis Gifhorn realisieren“, sagt Willier.

Von Sophie Schuhose

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