Forstamt Unterlüß zieht Bilanz und fordert Einhalten der Abschusszahlen

Hohe Schäden durch Wild

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Konrad Ebeling und der erfolgreiche Schütze Peter Fischer vor der Top-Trophäe.

Emmen. 2011 sei für die Niedersächsischen Landesforsten mit einem Geschäftsergebnis von voraussichtlich 20 Millionen Euro ein herausragendes Jahr gewesen.

Das sagte Forstdirektor Konrad Ebeling bei der Rückschau auf das Jagdjahr 2011/2011 mit Hegeschau in Emmen im Gasthaus Pasemann.

Stolz war der Forstexperte, dass das von ihm geleitete Forstamt Unterlüß 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet habe (73 500 Festmeter Holz und 205 000 Pflanzen für Neukulturen). Das Amt Unterlüß liegt in der Süd- und Ostheide und bewirtschaftet mit acht Revierförstereien circa 19 500 Hektar Landesforsten in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Uelzen.

Ein wichtiger Auftrag des Forstamtes (FoA) sei es, die Nachhaltigkeit bei der Nutzung des umweltfreundlichen, nachwachsenden Rohstoffes Holz zu garantieren. Ebeling sagte: „Die Stetigkeit im Holzfluss und die Qualität der Bestände (Lebensräume) gilt es zu sichern. Damit diese Ziele erreicht werden können, ist der Jagd eine wichtige Rolle beizumessen. Die Entwicklung des ökologischen Waldbaus darf durch überhöhte Schalenwildbestände nicht gefährdet werden.

Die im Forstamt ausgewiesenen hohen wirtschaftlichen Schäden sind nicht tolerierbar“, erklärte der Forstamtsleiter. Ebeling sprach von 800 Hektar frisch geschälten Beständen (Stichtag 1. Januar 2007). „40 Prozent aller Bäume (Fichte, Buche, Douglasie) im Alter von 10 bis 40 Jahre sind geschält.“ Hoch seien zudem die Verbiss-Schäden, die die künftigen Erträge schmälerten. Hohe Abschusszahlen sollen den Wildschäden entgegenwirken: Beim Rotwild lagen die Abschüsse laut Ebeling 2011/2012 bei 398 Stück. Im Jahr zuvor waren es 424 Stück, und im Jahre 2009/2010 seien gar 481 Stück Rotwild gestreckt worden.

Zum allgemein erkennbaren „Wald-Wild-Konflikt“ liegt eine niedersächsische Erklärung vor, die jüngst unterzeichnet wurde, informierte der Forstamtsleiter. Um flächendeckend angepasste Wildbestände zu gewährleisten, sind flexiblere Jagdzeiten (bei Bedarf), die Anpassung der Jagdmethoden, Wildfütterung nur in Notzeiten, Mindestabschlusspläne für Rehwild und andere Neuerungen relevant.

Wie soll die Jagd im Forstamt Unterlüß weitergehen? „Das (Rot-)Wild sollte dort erlegt werden, wo es vorkommt. Die Hochwildhegegemeinschaften sollten freiwillig revierübergreifende Jagden mit Duldung überjagender Hunde vereinbaren, und die Abschusspläne sind hochzuhalten bis sich der Konflikt entspannt hat“, sagte Ebeling, bevor er die Hegeschau besprach.

Interessante Rot- und Damwildtrophäen waren ausgestellt worden. Der älteste Rothirsch der Schau war uralt – 15 Jahre… plus. Zu bestaunen waren die stattlichen Trophäen der Klasse I (das sind elfjährige und ältere Rothirsche) und die Geweihe vier alter Hirsche aus dem Lüsswald. Zudem fiel ein Eissprossenzehner ins Auge und natürlich das Paradestück der Schau: ein Hirsch der Klasse I, der von Peter Fischer aus Bielefeld im Revier Jafel (Hegering Steinhorst) erlegt wurde.

„Es ist das stärkste Stück Rotwild, das im Forstamt Unterlüß geschossen wurde“, wusste Ebeling zu berichten. Geschätztes Alter des Hirsches, der 132 Kilogramm wog: elf Jahre.

Forstoberrat Arne Riedel, stellvertretender Forstamtsleiter, blickte in seinem Vortrag auf das Jagdjahr 2011/2012 zurück. Er bot aufschlussreiche Statistiken und Übersichten: unter anderem Rotwild-, Rehwild- und Schwarzwildstrecken sowie Zusammenstellungen von den Jagdflächen der Wildarten und der Struktur des Abschusses der genannten Wildarten.

Von Jürgen Kayser

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