Isenhagen: Architekt Hugo Holger Busse schlägt getrennte Konzepte für Klosterhofmuseum und Augenoptiker vor

„Historische Vielfalt erlebbar machen“

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Busses Gestaltungsvorschlag für einen „Optiker-Campus“ – nach einer französischen Methode, rund oder eckig. 

Isenhagen. In die Diskussion über die geplante Umwandlung des Klosterhofmuseums in Isenhagen in zusätzliche Räume für die Augenoptikerschule (das IK berichtete) schaltet sich Hugo Holger Busse ein.

Er lebt als Architekt, Städtebauer und Designer in Berlin, absolvierte sein Abitur am Hankensbütteler Gymnasium und ist im Luftkurort sowie in Hannover aufgewachsen. „Aus Sicht des Städtebaus ist der Klosterbau im Kontext interessant – für mindestens Baukultur, Tourismus und Zukunftskonzepte, neben Kultur und Bildungsfragen“, betont Busse.

Der Luftkurort und das Klosterhofmuseum im Osten: Der Berliner Architekt Hugo Holger Busse wünscht sich zwei Aussichtstürme.

Der Architekt sieht den Luftkurort und die Samtgemeinde gefordert, sich im Kreis und im Landtag selbstbewusst zu verteidigen. Äbtissin Susanne Jäger habe schließlich mit dem Landkreis einen Deal geplant, das Klosterhofmuseum für Luftkurort, Kloster und Tourismus zum Kloster zurückzunehmen, der Beschluss des Kreisausschusses verhinderte dies bekanntlich jedoch. „Das ist im Selbstverständnis bürgerlicher Demokratie nicht nur unhöflich, sondern vor allem ein Unterwerfungsversuch des Kreises dem Altkreis Isenhagen gegenüber“, meint Busse. Er schlägt vor, dass Haushaltsausschuss, Bauausschuss und Kulturausschuss einen Leitfaden erstellen könnten, mit dem die „missliche Beschlusslage und die finanziellen K.O.-Kriterien des Kreises“ zugunsten des Luftkurortes ausgehen – auf kurze und auf lange Sicht. Das Konzept, ein Museum mit Kräutergarten an das Kloster anzubinden, sei „nicht nur sympathisch, sondern auch sinnhaft“, um die kulturelle und historische Vielfalt am Kloster und früheren Gerichtsstandort erlebbar zu machen.

„Der Luftkurort kann fordern, dass das Klosterhofmuseum Teil des Klosters wird“ sagt Busse. Dafür könne Hankensbüttel dem Kreis anbieten, dass die Mediathek der Augenoptiker für einige Jahre – maximal zehn – im heutigen Tourismusbüro neben dem Rathaus Platz finde.

„Auf lange Sicht muss die Optikerschule in einem Gesamtkonzept klären, wie sie wächst oder schrumpft, und ob die Mietshäuser im Zentrum der Anlage nicht kooperativ mit den aktuellen Mietern zur Schule fallen, weil die Mieter sich schöne neue Häuser Hagen-nah oder im Ortskern suchen“, so Busse. Auch sei der Parkplatz ein ökologisch und städtebaulich guter Ort, eine Erweiterung nach der bestehenden oder einen anderen Struktur zu planen. Das Parken könne umorganisiert werden. Den Brillenanpassraum kann sich der Architekt übergangsweise im Keller der Schule vorstellen. Oder im B-Gebäude des Gymnasiums, dessen Räume auch das DRK nutze – als Zwischenlösung, bis man einen Plan habe.

Busse wünscht sich auch einen Aussichtsturm – am besten zwei – zum Blick in die Ferne und zum Ausblick auf den Luftkurort, von den Wegen der Rad- und Wanderrouten aus.

„Das Klosterhofmuseum in der Regie des Klosters und der Klosterkammer, ein Masterplan für die renommierte Augenoptikerschule und Fachakademie – das ist Luftkurort und zwar über den Straßenbau hinaus“, hält Busse fest. „Nichts anderes würden die Altväter Heinz Burghard und Gerhard Czichos sowie Äbtissin Brunhild von Oertzen mit Verve beim Landkreis vertreten haben.“ Ziel müsse eine starke Industrie, ein gelingender Mittelstand, eine integrierte Jugend, die glücklich ist, schöne Räume mit Ruhe geplant, ein Landschaftsgenuss und ein reicher, gut gestalteter öffentlicher Raum sein.

Von Paul Gerlach

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