Raoul Reding referiert zum Wolf

Hegering versammelt sich in Steinhorst: 95 Mitglieder mit präsenter Schau

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Im Zuge der Steinhorster Hegeringversammlung zeichnete Hartmut Röling (v.l.) Dietmar Knöchelmann, Carsten Kiemann und Julius Herbst aus.

Steinhorst – Der Rotwildbestand in den Revieren des Hegeringes Steinhorst zeigt sich in einer guten Breite, was sich neben der Feststellung von Hegeringleiter Hartmut Röling auch in einer außergewöhnlich präsenten Hegeschau im Rahmen der Jahreshauptversammlung zeigte.

Die Strecke wurde von den Jagdhornbläsern Isenhagener Land verblasen.

Röling zeichnete Dietmar Knöchelmann aus, der den stärksten Bock schoss. Prämiert wurden auch Julius Herbst für die Erlegung des ältesten Bocks und Carsten Kiemann, der mit einem ersten Abschuss einen abnormalen Bock zur Strecke brachte, den man durchaus als „Einhorn“ bezeichnen konnte. Jungjäger Henrik Türschmann wurde vom Hegeringleiter mit einem „Ritterschlag“ in den Kreis der Jäger aufgenommen, dem zur Zeit 95 Mitglieder angehören.

Für die Bejagung von Nutria, Waschbär und Marderhund sind Erfolgsprämien ausgesetzt, die über den Landkreis abgerechnet werden. Röling appellierte an alle Revierinhaber, die Wildtiererfassungsbogen sorgfältig ausgefüllt abzugeben, um verlässliche Bestandszahlen zu erhalten und diese gegenüber Behörden und Einrichtungen vorlegen zu können.

Emotionaler Höhepunkt der Versammlung war nicht nur angesichts der jüngsten Nutztierrisse bei Räderloh (das IK berichtete) ein Vortrag von Raoul Reding als Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft. Auf sehr sachlicher Ebene referierte er über die Lebensweise der Wölfe und ging insbesondere über das Vorgehen und die Strukturen des Wolfsmonitorings in Niedersachsen ein.

Nachdem vor etwa 50 Jahren durch die Wolfsnachstellung durch den Menschen europaweit ein Tiefstand erreicht war, erholte sich die Population durch die Unterschutzstellung durch verschiedene Abkommen. Der Wolf kehrte zurück.

Vor gut zwanzig Jahren wurden in Deutschland erstmals wieder in der Niederlausitz Wölfe ansässig. 2011 dann in Niedersachsen auf dem Truppenübungsplatz Munster. Heute gäbe es in ganz Niedersachsen Sichtungen von Wölfen. „Aktuell sprechen wir von 23 Wolfsrudeln, sechs Wolfspaaren und einem residenten Einzelwolf“, so Reding in seinen Ausführungen. Das Wolfsmonitoring durch die niedersächsischen Jäger habe bundesweit eine Vorreiterrolle. 50 Prozent aller Meldungen kämen von Jägern, bei den stichhaltigen Meldungen läge diese Quote bei 70 Prozent.

Röling abschließend: „Sichtungen und Vorfälle von Wölfen sind unbedingt weiter zu geben. Wir sind in der Pflicht, Zahlen zu liefern und diese belegen zu können.“

VON ULRICH BLEUEL

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