Hauptschüler auf Spurensuche

Hankensbüttel: Projektwoche nimmt ehemalige Flüchtlingsunterkünfte in Fokus

Hankensbüttel. Mit einem spannenden Thema aus der Hankensbütteler Historie setzte sich jetzt ein Dutzend Schüler der Klassen 7 bis 9 der Hauptschule bei einer Projektwoche auseinander.

Ihre Ergebnisse brachten sie auf über 50 Seiten zu Papier, die sie nun auch herausbringen.

Die ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte in Baracken in der sogenannten „Schwarzen Stadt“ und am Olmberg in Hankensbüttel nahm ein Dutzend Hauptschüler bei einer Projektwoche unter die Lupe. Die Schüler trugen ihre Erkenntnisse auf über 50 Seiten zusammen.

Im Fokus standen dabei die Baracken in der sogenannten „Schwarzen Stadt“ und am Olmberg in Hankensbüttel, die früher als Unterkünfte für Ausgebombte genutzt wurden. Sechs Behelfsheime am Olmberg waren am 31. Juli 1944 fertiggestellt worden. Die sieben Doppel-Baracken (für je zwei Familien mit mindestens vier Personen) in der „Schwarzen Stadt“ waren am 13. April 1945 bezugsfertig, also kurz vor Kriegsende. Manche der Gebäude mit der schwarzen Dachpappe wurden in den 60ern abgerissen, andere – die noch bis heute stehen – saniert. Ein Landdienstlager und ein Landdienstheim am Lehmkuhlenweg gibt es heute nicht mehr. Das gilt auch für neun Baracken am dortigen Sportplatz.

Die Schüler der Wiethornschule hatten sich mit dem Projekt in der Woche vor den Osterferien auseinandergesetzt. Samtgemeinde-Archivar Hagen Eberding leistete dabei große Unterstützung. Im Archiv durchforsteten die Schüler alte Fotos und arbeiteten akribisch rund 800 Aktenseiten aus den 40er-Jahren durch. Eberding half beim Druck des Heftes mit über 50 Seiten in kleiner Auflage, das im örtlichen Buchhandel erhältlich ist.

Die Schüler überprüften bei einer Begehung, welche Gebäude heute noch stehen. „Sie kennen die Namen. Das hat viel Spaß gemacht“, schildert Lehrer Rolf Weihmann. Der Bezug zu „ihrem Ort“ sei so gleich von Anfang an gegeben gewesen und habe für eine hohe Motivation gesorgt. Die Schüler beschäftigten sich auch mit Einzelschicksalen von betroffenen Familien. Dabei wurde auch der Bezug zur heutigen Situation von Flüchtlingen in Deutschland hergestellt. „Das war ein tolles Projekt. So wird Geschichte erfahrbar“, sagt Weihmann. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Archiv ist angedacht.

Von Paul Gerlach

Rubriklistenbild: © Gerlach

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