Kassel: Ein Solarauto, das allen davonfährt

Hankensbütteler Schüler siegen bei Wettbewerb mit dem „Hörnchen“

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Glückliche Sieger: Elias Niefindt (v.l.), Alexander Röpke, Finn Holzgrefe, Nils Zimmermann, Hendrik Uwe Möhle und Oliver Röpke vom Hankensbütteler Gymnasium traten in Kassel an.

Hankensbüttel – Beim Hessen Solarcup in Kassel hat eine sechsköpfige Schülergruppe des Hankensbütteler Gymnasiums jetzt den Sieg abgeräumt. Es handelt sich um einen Wettbewerb für solarbetriebene, selbst gebaute Modellrennfahrzeuge.

Das Siegerauto aus Hankensbüttel von der Solar-Auto-AG ist ein tierisch schneller Flitzer – es ist vom Design her einem Flughörnchen nachempfunden.

„Wir haben sensationell mit dem einen Fahrzeug das Rennen nach diversen Vor- und Zwischenläufen gewonnen“, freut sich Lehrer Thomas Krummel über den Erfolg mit dem „Hörnchen“.

Das Sieger-„Hörnchen“: In dem tierischen Flitzer steckt eine Menge Tüftelei.

Das zweite Fahrzeug – der Solar Truck, eine verbesserte Version des Vorgängermodells „Kevin“ – hätte eigentlich den zweiten Platz belegt, ließ aber die Gruppe im Stich und hatte im entscheidenden Qualifizierungslauf einen technischen Defekt: Es verlor vorne das Antriebsrad und damit war das Auto mit einem Lego-Männchen am Steuer aus dem Rennen. Sonst wäre es ein Doppelsieg geworden: Denn das „Hörnchen“ spulte seine Runden wie am Schnürchen ab. „Es hat alle in Grund und Boden gefahren“, so Krummel.

Die Wagen der Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 mussten auf einer achtförmigen Schleife mit drei Spuren samt Führungsschienen – ähnlich einer Carrera-Bahn – möglichst viele Runden drehen. Es gab eine Schikane in Form einer Schlangenlinie.

Als Energiequelle darf nur die aktuell eingestrahlte Sonne genutzt werden. Es müssen sowohl ein Plakat zum Bau des Fahrzeugs als auch eines zu allgemeinen energiepolitischen Themen – in diesem Jahr „Mobilität neu gedacht“ – angefertigt werden. Außerdem fließt auch das Design der Fahrzeuge als B-Note bei der Bewertung mit ein.

Seit 2013 machen die Hankensbütteler bei dem Wettbewerb in Kassel mit. „Wir haben dazu gelernt und die Autos immer weiter verbessert“, sagt Krummel. Fast deren gesamte Oberläche nehmen die Solarzellen ein. Bei der Knicklenkung, die beim Solar Truck zum Einsatz kam, sehen die Schüler viele Vorteile und wollen auch künftig auf sie setzen. Damit könne man besser arbeiten.

Beim Bau der Fahrzeuge wird auf Recyclingwerkstoffe gesetzt. Ein großer Vorteil der Hankensbütteler Schüler lag darin, dass sie auf einen 3-D-Drucker zurückgreifen können, etwa für Bauteile bei der Aufhängung. So konnten die benötigten Teile konstruiert und am Computer designt werden. Auf einer Teststrecke im Gymnasium wurde dann fleißig getestet.

Krummel ist stolz auf die Schüler. „Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht.“ Die Siegerehrung ist nächste Woche am Freitag. 2020 soll erneut angetreten werden. Die Bastler sehen auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial bei den Fahrzeugen.

VON PAUL GERLACH

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