Die Hoffnung auf baldige Öffnung

Hankensbütteler Otter-Zentrum sieht Besuche unter Corona-Regeln als vertretbar an

Das würde man sich im Otter-Zentrum wünschen: bald wieder geöffnete Türen.
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Das würde man sich im Otter-Zentrum wünschen: bald wieder geöffnete Türen.

Hankensbüttel – Die Corona-Krise trifft das Hankensbütteler Otter-Zentrum mit voller Härte: Seit dem 17. März sind die Türen für Besucher geschlossen.

Geschäftsführer Dr. Oskar Kölsch sagt im IK-Gespräch: „Wir machen jede Woche 25 000 Euro Verlust.“ Ein großes Problem sei, dass man die Kosten nicht wirklich reduzieren könne.

Nur durch Besucher können Einnahmen generiert werden. Und er hofft, dass dies nun so schnell wie möglich der Fall sein kann: „In anderen Bundesländern dürfen Zoos und Tierparks ja bereits öffnen.“ Durch die Größe des Otter-Zentrums (sechs Hektar), sind seiner Auffassung nach sichere Besuche kein Problem. Gruppen und Schulklassen würden derzeit ohnehin nicht kommen. Und auch die Tierfütterungen könnten unter Einhaltung des Mindestabstands erfolgen. Auch weitere Vorkehrungen seien kein Problem, versichert er: „Dann wird der Spielplatz für die Zeit eben geschlossen.“ Mindestens bis 3. Mai, so der gegenwärtige Stand der Dinge, muss man wohl warten.

Für das Otter-Zentrum an sich gibt es keine Hilfe von Bund oder Land. Das Restaurant ist momentan ebenfalls geschlossen, kann aber als GmbH immerhin von den Corona-Hilfen profitieren. Die Mitarbeiter im Restaurant und an den Kassen sind in Kurzarbeit, Kölsch stockt ihr Gehalt aber auf: „Ich kann nicht verantworten, dass Mitarbeitern in solchen Gehaltsstufen nur noch 60 oder 67 Prozent vom Lohn bekommen.“ Er überlegt zumindest, ob ein Außer-Haus-Verkauf möglich ist.

Wie lange das Otter-Zentrum sich unter den gegebenen Umständen halten könnte? Das kann Kölsch noch nicht genau beantworten. Sollte ab dem 4. Mai weitergehen können, wäre zumindest das grüßte Unheil abgewandt. Ein schlechtes Geschäftsjahr mit Verlusten wird es aber auf jeden Fall werden, schätzt er.

Momentan nutzt das Team die Zeit, geplante Reparaturmaßnahmen vorzuziehen. „Eigentlich wollten wir in diesem Jahr noch einige neue Projekte angehen.“ Manches könne man wohl noch umsetzen, was ohnehin geplant war. Dafür wird voraussichtlich im Jahr 2021 dann dort gespart werden.

Was Kölsch jedoch ermutigt, ist die bisher große Spendenbereitschaft. Allein über Facebook sind knapp 25 000 Euro zusammengekommen. „Für die Menschen ist es keine einfache Situation, vor Corona hatte man eher mal 50 Euro übrig.“ Viele Unterstützer des Otter-Zentrums würden gerne helfen, seien aber selbst in Kurzarbeit. Aber auch einige größere, überregionale Spender konnten für etwas Entlastung sorgen.

Eins ist für Kölsch klar: „An den Tieren können und werden wir nicht sparen.“ Man sei dem Tierschutz verpflichtet. Ein Ziel des Otter-Zentrums sei es, den Menschen Wildtiere zu zeigen und über sie zu informieren. „Die Tiere zu vernachlässigen geht gar nicht.“

1000 Besucher über den Tag verteilt waren vor der Corona-Pandemie ein guter Standard. Aber auch mit 200 Besuchern wäre dem Otter-Zentrum schon geholfen. Denn klar sei auch: „Ich kann nicht in vier oder sechs Wochen wieder nach Spenden fragen.“ Die beste Lösung wäre laut Kölsch daher, wenn er am 4. Mai von 9.30 bis 18 Uhr die Pforten öffnen dürfte.

VON MAX A. MORRISON

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