„Wir sind gut vorbereitet“

Hankensbütteler Gymnasium: Schulleiterin über Schüler-Rückkehr nach Corona-Zwangspause

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Generell sieht Cornelia Röhrkasten, Schulleiterin am Hankensbütteler Gymnasium, die Schule als „gut vorbereitet“ auf die schrittweise Rückkehr der Schüler nach der Corona-Zwangspause. Sie macht sich aber auch Sorgen, ob der Platz auf dem Schulgelände ausreichen wird, um sämtliche Abstandsregeln einhalten zu können.

Hankensbüttel – Noch ist es am Hankensbütteler Gymnasium auf dem Gelände relativ leer: 50 Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 werden seit gestern wieder vor Ort unterrichtet. Doch ab der kommenden Woche werden die Zehnt- und Neuntklässler zurückerwartet.

Was das für die Einhaltung der Corona-Regeln, die Raumkapazitäten und den Schulalltag allgemein bedeutet – darüber hat das IK gestern mit Schulleiterin Cornelia Röhrkasten gesprochen.

In der letzten Woche wurde alles aufwendig vorbereitet. Das habe ziemlich geschlaucht, gibt Röhrkasten zu. Meist seien zehn bis zwölf Stunden Arbeit pro Tag angefallen. Schilder mit Verhaltenshinweisen wurden geklebt und ausgehängt, es wurde ein Einbahnstraßen-System in den Gängen installiert, die Toiletten wurden mit „Besetzt“- oder „Frei“-Schildern sowie Anmerkungen zum gründlichen Hände waschen ausgestattet.

In jedem Klassenraum und jeder Toilette wurde die Wegeführung ausgehängt. „Die Schule sieht jetzt ganz anders aus“, erläutert Röhrkasten. Daher seien auch mehrere Lehrergruppen – mit dem gebotenen Abstand untereinander – hindurchgeführt worden, um ihnen die Veränderungen zu erläutern, damit diese wiederum die Schüler instruieren können.

Ob das Konzept so funktioniert, lässt sich noch nicht sagen. „Wir sind gut vorbereitet und wollen die gute Stimmung mitnehmen.“ Was sich laut Röhrkasten bereits abzeichnet, ist, dass sich die Anordnungen beim Wechsel der Schulräume oder auch außerhalb der Schulgebäude teils nur schwer einhalten lassen. „Da hocken die Schüler dichter aufeinander“, hat Röhrkasten beobachtet.

Am Gymnasium wurde die Mensa zum Lehrerzimmer umfunktioniert.

Wenn die Zehnt- und Neuntklässler nun dazukommen, seien inklusive der Lehrer 200 Personen in der Schule. Jede Klasse, jeder Kurs habe für die Pausen auf dem Schulhof daher auch einen Bereich zugewiesen bekommen, wo sie sich aufhalten. Mit sieben dieser Bereiche auf dem Schulhof und sechs auf dem Sportplatz erreiche man allerdings schon die Obergrenze. „Bei 40 verschiedenen Klassen an der Schule insgesamt wird’s schwer“, blickt Röhrkasten voraus.

Was sie positiv hervorhebt: Generell seien die Schüler schon vorgeschult und nach ihrem ersten Eindruck diszipliniert. „Wir werden das noch genau auswerten müssen“, kündigt Röhrkasten an. Mitte dieser Woche will sich das Kollegium zusammensetzen, um die Erfahrungen auszutauschen. Was nicht praktikabel ist, soll dabei gemeldet werden. Dann werde nachjustiert.

Die weiteren Jahrgänge sollen nach Kenntnisstand von Röhrkasten wohl im Wochenrhythmus wieder in die Schule geholt werden, konkrete Ansagen dazu habe es aber noch nicht gegeben. Die Schulleiterin will aber auch nicht verhehlen, dass sie durch die vielen Schüler vor Ort auch Probleme auf die Schule zukommen sieht.

Je mehr im Zuge der Corona-Lockerungen erlaubt werde, desto lässiger werde mit den Vorschriften umgegangen, erwartet Röhrkasten. Es gelte zu verhindern, dass die Einrichtung im schlechtesten Fall in zwei Wochen wieder dichtgemacht werden müsse. Eine Gesundheitsgefährdung von Lehrern oder Schülern müsse auf jeden Fall vermieden werden. Sie wisse, dass sich auch Eltern deswegen Sorgen machen.

Auch da Röhrkasten 20 Kollegen derzeit nicht einsetzen kann, gibt es keine Möglichkeit, überall in der Schule Beobachtungsposten fürs Einhalten der gültigen Regeln aufzustellen. Sie hält aber grundsätzlich fest: „Alle Beteiligten sind froh, dass es wieder losgeht.“

VON PAUL GERLACH

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