Schulleiterin über Vorbereitungen und Details

Hankensbütteler Gymnasium: Re-Start-Pläne nach „besonderem Schuljahr“

Am Hankensbütteler Gymnasium muss derzeit – wie an den anderen Schulen auch – mit Blick auf den Re-Start nach den Sommerferien viel geplant und organisiert werden. So soll die Mensa nicht mehr als Lehrerzimmer genutzt werden, sondern ihren Betrieb wieder aufnehmen. Zwei Jahrgänge sollen – mit Abstand – zeitgleich essen können.
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Am Hankensbütteler Gymnasium muss derzeit – wie an den anderen Schulen auch – mit Blick auf den Re-Start nach den Sommerferien viel geplant und organisiert werden. So soll die Mensa nicht mehr als Lehrerzimmer genutzt werden, sondern ihren Betrieb wieder aufnehmen. Zwei Jahrgänge sollen – mit Abstand – zeitgleich essen können.

Hankensbüttel – Es kommt, wie immer, auf die Details an: Das Land hat nun verkündet, wie es nach den Sommerferien in den Schulen weitergehen kann (das IK berichtete).

Cornelia Röhrkasten, Schulleiterin am Hankensbütteler Gymnasium, hat daraufhin umgehend – wie ihre Kollegen an den anderen Schulen in der Region – die Planung und Organisation für den Re-Start aufgenommen. Röhrkasten lobt die vorgestellten Pläne für die drei Szenarien, sieht aber auch noch viele ungelegte Eier in der Feinplanung.

Cornelia Röhrkasten, Schulleiterin.

„Ich arbeite seit heute daran“, sagt Röhrkasten am Mittwoch dem IK. Zu den Unklarheiten müsse – bis zur konkreten Umsetzung – noch einiges in Erfahrung gebracht werden. Sie ist daher schulintern, mit der Landesschulbehörde und mit dem Landkreis als Schulträger in ständigem Kontakt. Dass sich das Land intensiv mit den möglichen Szenarien beschäftigt hat, begrüßt Röhrkasten. „Viele Dinge, die Kultusminister Grant Hendrik Tonne vorgestellt hat, sind sehr gut, hilfreich, konkret und brauchbar.“ Was noch nicht geklärt sei, sei der Sportunterricht, der in dem Papier nicht vorkomme. Also gelte die „alte“ Verordnung von vor zwei Wochen, aber Sportunterricht in halben Gruppen sei fast nicht möglich, betont Röhrkasten. Unter diesen Bedingungen mache er demnach keinen Sinn und habe deswegen auch bislang noch nicht stattgefunden.

Nach Kenntnisstand von Röhrkasten soll der Hygieneplan nun überarbeitet werden. „Im Breitensport ist schon vieles wieder möglich“, betont die Schulleiterin. Für den schulischen Bereich seien Änderungen für die 30. Kalenderwoche, also Ende Juli und damit in den Ferien, angekündigt worden.

Fördern ist schwierig

Ein weiterer Juckepunkt ist der Förderbereich. Laut des Papiers des Ministers sollen die Förderkonzepte in die Sportstunden verlegt werden, die aber aktuell ja an der Schule nicht stattfinden, so Röhrkasten. Auch AGs und Lernwerkstätten seien der Situation zum Opfer gefallen. „Ich habe nicht die Leute dafür.“ Trotzdem müsse man sich natürlich Gedanken darüber machen, wie die Schüler gefördert werden können. Gerade für die Jüngeren müsse man besondere Angebote schaffen. „Das können wir so aus der Hüfte aber nicht.“

Eine mögliche Lösung, die aber bislang noch den Status Gedankenspiel hat: Mit Unterstützung von Lehrern sollen Schüler mit Schülern lernen, da die AGs nicht stattfinden können.

Wichtige Fragen, die auch noch geklärt werden müssen: Wer von den Lehrern macht im Homeoffice weiter? Röhrkasten hat noch nicht alle ihre Kollegen dazu erreicht. Wer von den Schülern macht noch Homeschooling?

Klar ist: Auch am Hankensbütteler Gymnasium bereitet man sich auf das vom Land ins Auge gefasste Szenario A – den eingeschränkten Regelbetrieb, also nah an der Schule wie in Vor-Corona-Zeiten – vor. Das heißt volle Klassen, der einzelne Jahrgang darf sich mischen, aber es darf nicht jahrgangsübergreifend gemischt werden, wie Röhrkasten erläutert. Gemischter Französisch-/Lateinunterricht etwa werde damit wieder möglich.

Mensa läuft wieder an

Bauchschmerzen bereitet der Schulleiterin die „sehr schlechte Unterrichtsversorgung“. Der Regelbetrieb könne so nicht richtig umgesetzt werden. Fest steht, dass weil nicht ausreichend Sportlehrer zur Verfügung stehen, der Sportunterricht in zwei Jahrgängen halbjährlich gegeben werden wird.

Doch nicht nur personell, sondern auch organisatorisch warten Herausforderungen. Der Mensabetrieb läuft nach den Ferien wieder an, sodass die Lehrer aus der Mensa in ihr gewohntes Lehrerzimmer zurückkehren – gezwungenermaßen, obwohl die Abstände dort schwierig einzuhalten seien, so Röhrkasten. In der Mensa sollen je zwei Jahrgänge essen können. Da es nicht so viele Esser gibt, werden sie an Tischen „sortiert“ werden. Röhrkasten kann sich eine Aufteilung in vier Bereiche unten, zwei oben vorstellen. Unklar ist, wie viele Schüler aus jedem Jahrgang davon betroffen sind. Die Schulleiterin will gemeinsam mit dem Haus Niedersachsen als Betreiber die Zahlen hochrechnen. Notfalls müsse beim Mensabesuch gestaffelt werden.

Um alle Beteiligten mit allen vorliegenden Infos zu versorgen, bevor es in die Ferien geht, will Röhrkasten zur Zeugnisausgabe noch einen Infobrief vorbereiten. Was sie bis dato weiß, will sie darin zusammenfassen. Der Rest müsse eben in oder direkt nach den Ferien geklärt werden. Mit dem Schulelternrat und den Schülern sei sie in Kontakt.

Röhrkasten rechnet mit Planänderungen in den letzten Tagen der Ferien und somit womöglich einem unrunden Re-Start. Da jeder wissen will, was kommt, seien ihr zuletzt die Türen eingerannt worden.

Nach einem anstrengenden, „ganz besonderen Schuljahr“ mit vielen Herausforderungen will die Schulleiterin zumindest in der Mitte der Ferien sich mal für ein, zwei Wochen etwas Abstand gönnen. Sie will aber im Blick behalten, was an Aktualisierungen vom Ministerium kommt, und sich in den letzten beiden Ferienwochen bereit halten – um regeln zu können, was dann noch geht. „Das nächste Schuljahr wird nicht einfacher“, ist sie überzeugt. Trotzdem wolle man den Schülern und Lehrern gerecht werden. VON PAUL GERLACH

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