Aktion zum Holocaust-Gedenktag

Hankensbütteler Gymnasium: Aktives Erinnern mit Steinen

Die Schülersprecherinnen Nina Blaue (l.) und Emma Lou Menges vor dem selbst angefertigten Banner, das auf die Kampagne „#WeRemember“ zum internationalen Holocaust-Gedenktag Bezug nimmt. Darunter stehen die Anfangsworte des Schma Jisrael als jüdisches Glaubensbekenntnis.
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Die Schülersprecherinnen Nina Blaue (l.) und Emma Lou Menges vor dem selbst angefertigten Banner, das auf die Kampagne „#WeRemember“ zum internationalen Holocaust-Gedenktag Bezug nimmt. Darunter stehen die Anfangsworte des Schma Jisrael als jüdisches Glaubensbekenntnis.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Hankensbüttel/Wolfsburg – Starke Zeichen in Hankensbüttel, Wolfsburg und weiteren Orten der Region: Zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar stellten die Schülersprecherinnen des Hankensbütteler Gymnasiums – Nina Blaue, Emma Lou Menges und Lina Haase – eine Aktion zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf die Beine.

Am 27. Januar um 10.30 Uhr wurden die Schüler bei einer Durchsage samt Schweigeminute dazu aufgerufen, selbst aktiv zu werden. Am 26. und 27. Januar hatte die Schülervertretung (SV) an der Litfasssäule auf dem Schulhof eine Kiste mit kleinen Steinen parat gestellt – zum aktiven Erinnern. Im Judentum ist es Brauch, dass Besucher eines Grabes einen Stein auf den Grabstein legen. Mit dieser Tradition werden die Toten geehrt und in Stille Anteilnahme gezeigt. Am Gymnasium konnte sich ein Stein genommen und am A 3-Gebäude im Beet unter dem „#WeRemember“-Banner abgelegt werden. Am 27. Januar hatte sich dort ein kleinerer Steinhaufen angesammelt. In die Gestaltung des eindrucksvollen Transparentes (siehe Foto) hatte die SV vier Stunden Arbeit investiert und es am 24. Januar aufgehangen.

„Wir wurden von einigen Schülern angesprochen und sie haben Nachfragen gestellt“, freute sich Blaue über die Resonanz bei der Aktion, das Ausmaß an Interesse habe sie überrascht. Insbesondere bei den auf dem Transparent aufgeführten Anfangsworten des Schma Jisrael als jüdischem Glaubensbekenntnis hätten sich die Schüler gefragt, um welche Sprache es sich handelt. Das Thema wurde sicherlich auch im Unterricht von Geschichtslehrern aufgegriffen, so Blaue.

Corona-bedingt war zum Gedenktag, anders als in Vorjahren, keine Aktion auf dem Schulhof möglich. Das Thema war der SV wichtig, sodass andere Wege für die Aktion gefunden wurden. So habe sich das Ganze auch besser und Corona-konform über das Schulgelände verteilt, sagte Blaue. Die SV habe bei der Aktion Unterstützung durch die Fachgruppe Geschichte erfahren.

Volkswagen gedachte im Werk Wolfsburg am 27. Januar ebenfalls der NS-Opfer: Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian, Werkleiter Dr. Rainer Fessel und die Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo legten stellvertretend für die Belegschaft einen Kranz am Gedenkstein in der Südstraße nieder.

• Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee der Sowjetunion die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Während der NS-Herrschaft von 1933 bis 1945 ermordeten die Nazis allein in Auschwitz ab 1940 über eine Million Männer, Frauen und Kinder. Mit dem Gedenk-Tag soll die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis aufrechterhalten werden, jedes antisemitische Verhalten sowie jede Minderheiten- und Ausländerfeindlichkeit soll klar zurückgewiesen werden.

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