Nur leichter „Greta-Effekt“ zu spüren

Hankensbütteler Aktion Fischotterschutz merkt Auswirkungen bei Spenden

+
Die Aktion Fischotterschutz mit Sitz in Hankensbüttel engagiert sich in der Biotopentwicklung, Forschung und Naturschutzbildung.

Hankensbüttel – Ein „Greta-Effekt“ bei der Zahl der Mitglieder, Förderer und Naturpartner ist bei der Aktion Fischotterschutz (AFS) mit Sitz in Hankensbüttel aktuell nicht zu verspüren.

Greta Thunberg, Klima-Aktivistin

Die erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz durch den Einsatz der jungen schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg macht der AFS-Vorstandsvorsitzende Dr. Oskar Kölsch aber dafür verantwortlich, dass bei Spendenmailings derzeit rund zehn Prozent mehr an Einnahmen als bei „normalen“ Spendenaufrufen hereinkommt. „Das Thema ist bei den Menschen im Fokus und sie sind bereit, für Klimaschutz zu spenden“, hält Kölsch fest. Das seien auch schon mal 50 oder 100 Euro.

Seit Jahren sei die AFS in Sachen Klimaschutz aktiv, um etwas Positives zu gestalten, so Kölsch. Dazu gehöre, extensiv genutztes, feuchtes Grünland zu etablieren, das CO2 im Boden speichere. Kölsch verweist auf den gerade erst veröffentlichten Bericht des Weltklimarates IPCC, der unter anderem diesen Punkt anspricht. In Mooren oder humusreichem Grünlandboden lasse sich CO2 besser und dauerhafter speichern als in Bäumen. „Der Boden wird zu wenig als CO2-Speicher gesehen“, sagt Kölsch. Bei den Uferrandstreifen an den Gewässern, die die AFS sichert, denke man nicht eine Nutzung.

Dr. Oskar Kölsch, AFS-Vorstandsvorsitzender

„Wir gewinnen unsere Mitglieder nicht über den Aspekt Klimaschutz“, erläutert Kölsch. Bei der AFS kämen als Erstes Otter- und Gewässerschutz als Kernthemen in den Sinn. Monika Krüger spricht als Ruheständlerin die Gäste im Otter-Zentrum auf eine Mitgliedschaft bei der AFS an. „Es geht um gute Tierhaltung, aber nicht primär um Klimaschutz“, so der Vorstandsvorsitzende. Natürlich bleibe man bei diesem Zukunftsthema aber dran.

Ende 2018 betrug die AFS-Mitgliederzahl 9037 (84 weniger als im Vorjahr), die Zahl der Förderer 3642 (209 weniger) und die Zahl der Naturpartner 159 (13 weniger). In 2018 besuchten 56.593 Menschen das Otter-Zentrum (3304 mehr).

Die Botschaft der „Fridays for Future“-Bewegung – „Wir müssen jetzt etwas tun“ – stößt nach der Beobachtung von Kölsch auf Widerhall. Vor Ort müsse man schauen, was man als AFS mit den Landwirten, dem Landvolk und den lokalen Akteuren in diese Richtung unternehmen könne. „Die Landwirte müssen mitgenommen und überzeugt werden. Sie wollen auch sehen, wo ihre Zukunft liegt und sie ziehen mit“, ist Kölschs Eindruck. „Das wertet sie auf“, ist er überzeugt. Die Landnutzung spiele eine große Rolle, nicht nur das Energieverhalten der Bürger. „Die Landwirte haben das Potenzial, unser CO2 zu speichern. 0,5 Grad mehr oder weniger sind ein großer Faktor neben Energie und Verkehr.“ Es gehe im Kern darum, aus den Kreisläufen im Agrarbereich nicht mehr CO2 zu entnehmen als man später auch zurückführen könne.

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare