Chemie kinderleicht am Gymnasium

Hankensbüttel: Viertklässler lernen bei 13 Seminarfachschülern aus Oberstufe

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Spannende Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften bekamen die Viertklässler von der Karl-Söhle-Schule bei den Praxistagen am Gymnasium: Gemeinsam mit 13 Seminarfachschülern machten sie Experimente.

Hankensbüttel – Experimentelles stand am Donnerstag und Freitag am Hankensbütteler Gymnasium auf dem Plan – und das gleich im doppelten Wortsinn: Die Schule hatte erstmals zu Praxistagen mit Grundschülern eingeladen.

Der Workshop unter dem Motto „Wir experimentieren gemeinsam“ zum Thema „Feuer, Wasser und Luft“ wurde in einem halben Jahr von 13 Schülern des 12. Jahrganges entwickelt und vorbereitet: Sie haben das Seminarfach „Chemie kinderleicht“ für anderthalb Jahre bei Lehrerin Yvonne Voigt gewählt und werden es ins Abitur einbringen.

Die 46 Grundschüler aus den drei vierten Klassen erhielten die Möglichkeit – klassenweise und unterteilt in Forscherteams zu drei, vier Schülern – Versuche rund um die Luft zu bestaunen. Viele einfache Experimente konnten sie auch selbst machen.

Die Oberstufenschüler standen ihnen als Helfer und Berater zur Seite, auf diese Weise testeten sie sich pädagogisch und didaktisch aus. Voigt hofft natürlich darauf, dass der eine oder andere den Weg als Lehrer einschlägt. Ohnehin werden ihre Leistungen an den Praxistagen bewertet und dienen als Klausurersatz.

„Nächstes Jahr seid ihr vielleicht selber hier“, sagte Justus zu den Viertklässlern. Seine Mitschüler und er gaben den Kindern noch Sicherheitshinweise – angesichts mitunter nicht ungefährlicher Experimente mit Feuer. Mit Schutzbrillen waren sowieso alle ausgestattet. Gebannt und mucksmäuschenstill lauschten die Grundschüler den Worten der Oberstufenschüler. Die Atmosphäre beim Unterricht von Schüler zu Schüler war von Freundlichkeit, Wissbegierde und einfühlsamem Austausch mit direktem Feedback geprägt.

Chemie zum Anfassen machte die Experimente aus: Thea Taucher, eine Figur aus Papier, wurde in der unten offenen Spritze im Wasserbad nicht nass – die eingeschlossene Luft rettete sie vor dem Ertrinken. Die Kinder lernten, dass Luft einen Raum einnimmt, in Gefäßen nach oben steigt und dabei Wasser verdrängt (Taucherglockenprinzip). Ebenso wurde die Glimmspanprobe demonstriert: Drei Standzylinder wurden mit Kohlenstoffdioxid, Luft und Sauerstoff gefüllt. In Luft brannte der Glimmspan normal weiter, im CO2 ging er aus, in Sauerstoff flammte er wieder auf. Es wurde gezeigt, wie CO2 einen Indikator verfärbt. Zu ihrem großen Vergnügen durften die Schüler am Ende noch selbst einen Feuerlöscher bauen – mittels einer Wasserspritze und Brausetabletten. Außerdem füllten sie einen Feedback-Fragebogen für den Workshop aus.

Voigt zog ein positives Fazit und hofft, dass es die Praxistage künftig jährlich gibt. „Die Grundschule war begeistert. Es ist eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Schüler.“ Und es sei gleichzeitig eine Verzahnung nach unten zur Grundschule und nach oben zum Uni-Bereich.

VON PAUL GERLACH

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