Gegen Erinnerungsmarkierungen

Hankensbüttel: Verkehrsausschuss will keine Hinweise auf dem Asphalt in Tempo 30-Zonen

Hinweise auf dem Asphalt auf die Tempo 30-Zonen? Der Hankensbütteler Verkehrsausschuss kann sich damit im Gemeindegebiet nicht anfreunden und sprach sich mit knapper Mehrheit gegen die Erinnerungsmarkierungen aus.
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Hinweise auf dem Asphalt auf die Tempo 30-Zonen? Der Hankensbütteler Verkehrsausschuss kann sich damit im Gemeindegebiet nicht anfreunden und sprach sich mit knapper Mehrheit gegen die Erinnerungsmarkierungen aus.

Hankensbüttel – In den Tempo 30-Zonen in der Gemeinde Hankensbüttel sollen keine Erinnerungsmarkierungen auf den Straßen aufgebracht werden, dass man sich in einer solchen Zone befindet.

Das hat kürzlich der Verkehrsausschuss mit ganz knapper Mehrheit an den Gemeinderat empfohlen.

Das Votum des Ausschusses fiel bei zwei Ja- und drei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen sehr gespalten aus. Bürgermeister Dirk Köllner war zuvor von Bewohnern des Baugebietes zwischen Uelzener Straße und Steimker Straße angesprochen worden, ob nicht entsprechende Markierungen aufgebracht werden können, da das Tempolimit teilweise von den Verkehrsteilnehmern vergessen werde.

Geschätzte Kosten bei 2000 Euro

Nach Berechnungen der Verwaltung müssten für diesen Zweck mindestens 40 Markierungen aufgebracht werden. Darüber hinaus solle über die Standorte der Beschilderung nachgedacht werden, betonen die Bürger. Dieser Punkt erschließt sich der Verwaltung nicht, da die Aufstellungsorte so angeordnet worden seien. Alles, was man aus Sicht der Verwaltung vielleicht verändern sollte, sei, die Schilder auf Dauer von störendem Bewuchs freizuhalten. „Sie sollten gut zu sehen sein“, stimmte Monika Geertsema (SPD) zu.

Die grundsätzliche Idee für die Erinnerungsmarkierungen fand Dirk Niebuhr (CDU) gut. „Es hilft etwas, aber es kostet Geld.“ Auf die Nachfrage von Ratsfrau Elisabeth van Werde nach den Kosten antwortete Dieter Krzykowski von der Verwaltung, dass für die Baugebiete zwischen Uelzener Straße und Steimker Straße sowie Hässelmühler Weg knapp 2000 Euro anfallen würden. Wenn die Straßen stark befahren werden, würden die Markierungen ein Jahr halten, bei einer weniger starken Nutzung bis zu zehn Jahre.

Geertsema sprach sich für ein Aufbringen der Markierungen am Anfang der Baugebiete aus. Schon dort müsse den Verkehrsteilnehmern bewusst sein, dass sie sich in einer 30er-Zone bewegen. Van Werde befürwortete eine Reduzierung auf zehn Markierungen, wie sie in einem handschriftlichen Antrag aufgeführt worden sei. „Das finde ich gut und das ist in Ordnung.“ Krzykowski betonte, dass bei dieser Zahl das zweite Baugebiet gefehlt habe.

Skepsis wegen der Wirkung

Dann kamen in der Diskussion eine Menge Gegenargumente zur Sprache. Hinrich Schulze (CDU) wies darauf hin, dass man bei anderen Tempo 30-Zonen dann auch so verfahren müsse wie in diesem Fall. Auch Ingrid Wrede (FDP) konnte sich mit der Idee nicht anfreunden. „Die Tempo 30-Schilder stehen da schon. Erwarten wir, dass die Leute gar nicht mehr denken?“

Reinhard Weißmann (WIH) zeigte sich skeptisch wegen der Wirkung der Maßnahme. „So lange man zu schnell fahren kann, wird zu schnell gefahren.“ Wrede und Geertsema waren sich einig, dass man nur über den Geldbeutel bei den Verkehrsteilnehmern eine Verhaltensänderung herbeiführen könne. Auch Weißmann unterstrich, dass das Ganze nur helfe, wenn die Einhaltung von Tempo 30 auch durch die Polizei kontrolliert werde. „Eine Änderung des Verhaltens erreicht man nur durch bauliche Maßnahmen“, zeigte er sich überzeugt.

Die Bewohner argumentieren damit, dass das Nichteinhalten von Tempo 30 ein gefährliches Fehlverhalten, insbesondere für Kinder, darstellt. Einige Hinweisschilder an den Einfahrtsstraßen in der Zone zwischen Uelzener und Steimker Straße seien „ungünstig platziert“. So stehe das Schild an der Abzweigung von der Uelzener Straße in den Karl-Söhle-Weg direkt hinter dem Stamm der dicken Eiche versteckt. Einige Meter weiter hinten aufgestellt könne es gleichzeitig Ortsunkundige beim Verlassen des Aldi-Parkplatzes informieren. Das derzeit dort aufgestellte Tempo 30-Schild weise nicht auf die Tempo 30-Zone hin. Das Schild an der Johannsenstraße werde so kurz nach dem Kreisverkehr, dessen Umrundung die volle Konzentration benötige, gern übersehen. Einige Meter weiter nach hinten verschoben würde es wieder bewusster wahrgenommen, so die Bewohner.

Lange Straßen mit vielen Abzweigungen

Das Gebiet zwischen Uelzener und Steimker Straße umfasst sehr viele lange Straßen mit entsprechenden weiteren Abzweigungen, heißt es in einem Schreiben der Bewohner. „Leider vergessen sowohl Anlieger als auch Ortsfremde bei der Weitläufigkeit immer wieder das Tempo 30-Limit.“ Andere Orte hätten bei entsprechenden Problemen gute Erfahrungen damit gemacht, die Erinnerungsmarkierungen auf die Fahrbahn aufzubringen. VON PAUL GERLACH

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