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Hankensbüttel schrumpft stark

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Einen großen Bevölkerungszuwachs wird Hankensbüttel erstmal nicht erleben. F.: picture-alliance/dpa

Hankensbüttel. Die Einwohnerzahlen sind in Hankensbüttel seit 2003 gesunken und die Perspektive für die nächsten beiden Jahrzehnte sieht nicht besser aus. Im Rahmen ihres zweiten Werkstattgesprächs hatte die SPD Hankensbüttel am Montagabend Jens Palandt, stellvertretender Verbandsdirektor und Leiter der Abteilung Regionalplanung des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB), als Referent zur Gemeindeentwicklung zu Gast.

Unter den zahlreichen Zuhörern im Saal des Gasthauses Zur Linde saßen auch CDU-Politiker und Vertreter der Verwaltung. Palandt prognostiziert für die Samtgemeinde Hankensbüttel zwischen 2009 und 2030 einen Einwohnerrückgang um 21,7 Prozent, als Folge des demografischen Wandels. Palandt sah den Raum als nicht besonders gut aufgestellt. Es gebe enormen Nachholbedarf. Er sieht aber nicht nur im demografischen Wandel eine Herausforderung, sondern auch im wachsenden Stadt-Land-Gefälle. Zwischen 1995 und 1999 gab es bereits teilweise einen Rückgang im Gebiet des ZGB, in anderen Teilen aber auch Bevölkerungszuwachs. Zwischen 2005 und 2009 verzeichnete der ZGB einen Rückgang in der Bevölkerung von überwiegend null bis fünf Prozent, teils auch mehr als fünf Prozent. Zuwachs gab es lediglich leicht in Braunschweig.

Die Bevölkerungsstudie der Bertelsmann Stiftung ging in ihrer jüngsten Veröffentlichung von deutlich niedrigeren Zahlen als 21, 7 Prozent aus. Ein Rückgang von 8,9 Prozent bis 2025 wurde dort angesetzt. Laut Palandt beruft sich der ZGB auf Zahlen des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsförderung, die aus Erfahrung sehr verlässlich seien. Dass die Bertelsmann Stiftung niedrigere Zahlen hat, wundert ihn nicht, da dies bei älteren Studien der Fall sei. Der Trend gehe aber zu schlechteren Prognosen. Gute Konzepte und Ideen seien nun gefragt.

Zeichen für den demografischen Wandel seien, dass Wohngebäude teils nur noch von einer Person genutzt werden, die Generation der Häuslebauer zwischen 30 und 40 Jahren sinke überproportional. Bauland sei kein Instrument der Bevölkerungsentwicklung mehr, die Immobilienpreise seien vielerorts im freien Fall. Dadurch bestehe auch die Gefahr des Ausdünnens von Versorgern. Schlüsselthemen in der nahen Zukunft seien daher die Sicherung der Grundversorgung oder auch die Mobilität im ländlichen Raum. Palandt: „Damit muss man sich beschäftigen.“ Ein Punkt sei auch die Bildung mit Chancengleichheit und Erreichbarkeit. Zur Regionalentwicklung durch den ZGB gehöre daher ein Modellprojekt Weg(e)weiser demografischer Wandel für den Großraum Braunschweig, zu dem Handlungsempfehlungen und ein Masterplan 2012+ zählen. Der Standortfaktor Landschaft dürfe zudem nicht unterschätzt werden. Ein wichtiges Thema war am Montagabend zudem die Windkraft. Mehr dazu in einer weiteren Ausgabe.

Von Sabine Peter

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