Lebendfallen für Nutrias an Gewässern und Jagderlaubnis in Bayern bereiten Verein Sorgen

Hankensbüttel: „Nirgendwo darf wieder auf Otter gejagt werden“

Mit Lebendfallen wird Nutrias derzeit verstärkt nachgestellt. Das birgt direkt am Gewässer auch eine große Gefahr für Fischotter, wie die Aktion Fischotterschutz betont.
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Mit Lebendfallen wird Nutrias derzeit verstärkt nachgestellt. Das birgt direkt am Gewässer auch eine große Gefahr für Fischotter, wie die Aktion Fischotterschutz betont.

Hankensbüttel – In Bayern sind wichtige Entscheidungen gegen den Fischotterschutz getroffen worden, sagt Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender der Hankensbütteler Aktion Fischotterschutz.

Laut Bescheid der Regierung der Oberpfalz dürfen nun zwei männliche Otter an einer Teichanlage „entnommen“ werden. „Zum ersten Mal erlaubt eine Regierung in Deutschland damit wieder einem Jäger, Fischotter zu töten“, hält Kölsch fest.

Der Fischotter werde aber nicht nur in Bayern verstärkt gefährdet. „Die Fallenjagd am Gewässer hat gerade während der Corona-Zeit erheblich zugenommen“, unterstreicht Kölsch. Insbesondere im Westen Niedersachsens, den der Otter gerade wiederbesiedelt, würden jetzt, wenn viele Jäger wegen der Pandemie mehr Zeit haben, am Gewässer „viele, viele Lebendfallen“ stehen.

„Auslöser dafür ist die Angst vor Nutrias“, erläutert Kölsch. Diese aus Südamerika stammenden Nagetiere, die am Wasser leben, wurden in Deutschland früher als Pelztiere gezüchtet und dann in die Freiheit entlassen. Nun haben sie sich ausgebreitet, bauen ihre Bauten in den Gewässerrandstreifen und fressen nahe der Gewässer Rüben oder Mais. Die Anlage ihrer Baue am Ufer kann für Deiche und Verwallungen der Gewässer eine Gefahr darstellen. „Deshalb die Jagd“, erklärt der Experte. Durch das Aufstellen von Lebendfallen am Gewässer sei jedoch auch der Fischotter hoch gefährdet, denn – wenn er einmal in so eine Falle gelange – könne er sich leicht tödlich verletzen.

„Doch das müssen wir mit Forschungen beweisen“, blickt Kölsch voraus. „Deswegen müssen wir mit allen rechtlichen Mitteln, fachlichen Aussagen und weiteren Forschungen gegen diese Gefährdungen des Otters angehen. Nirgendwo darf wieder auf Otter gejagt werden!“ Die Fallenjagd auf Nutrias dürfe nicht Otter gefährden. Das im Fischotterschutz Erreichte müsse verteidigt werden, findet Kölsch deutliche Worte. Der Fischotterschutz dürfe auch in schweren Corona-Zeiten nicht der Wirtschaft von Teichbesitzern geopfert werden. „Die Fallenjagd auf Nutrias darf nicht die Ausbreitung der Otter unterbinden.“

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