1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

Hankensbüttel: Musik und Tanz beim BSV

Erstellt:

Von: Ulrich Bleuel

Kommentare

Die Mädchentanzgruppe der Red Sparks vom Hankensbütteler Bühnenspielverein
Gardetänze gab es von den Red Sparks. Na dann: Hankau Helau! © Bleuel, Ulrich

Hankensbüttel – Über hundert Jahre schon steht der Bühnenspielverein (BSV) für Karneval, Kultur sowie Kinder- und Jugendarbeit in Hankensbüttel. Abgerundet wurden diese zehn Jahrzehnte jetzt mit einem Kommers voller fröhlicher Momente, Einlagen, Sketchen und einem am Ende vergnüglichen Tanzabend.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Hendrik Buse ging Henning Jacob in einem mehrteiligen Votrag auf die Geschichte des Vereins ein, der im Herbst 1920 von dem aus Celle zugezogenen Wilhelm Lilge ins Leben gerufen wurde. Zwölf Personen folgten seinem Aufruf und legten fest, fortan das Laienspiel zu hegen und zu pflegen. Und sie führten noch im Dezember desselben Jahres gleich ihr erstes Theaterstück auf und spendeten den Reinerlös einem in Hankensbüttel geplanten Krieger-Eh-renmal. Einige Monate später war die Anzahl der Mitglieder auf 150 Personen gestiegen.

Von 1939 bis 1949 ruhten rund um den Zweiten Weltkrieg die Vereinstätigkeiten, nahmen dann aber wieder Fahrt auf und wurden fester Bestandteil gemeinschaftlichen Lebens in Hankensbüttel. Im Februar 1953 wurde die erste karnevalistische Sitzung mit Funken- und Prinzengarde, mit Büttenrednern und einer närrischen Hofkapelle eröffnet. Es war der Beginn einer langen karnevalistischen Tradition.

Aus dem Bühnenspielverein entwickelte sich eigener Nachwuchs. Die „Bühnenspatzen“ führten ab 1955 regelmäßig in der Vorweihnachtszeit ein Märchen auf. Zum 50-jährigen Bestehen des BSV kam das Hamburger Ohnsorg-Theater mit ihren Stars Heidi Mahler, Jürgen Pooch, Werner Riepel und Otto Lüthje nach Hankensbüttel und führte die Komödie „Dat stohlen Glück“ auf.

Die vielfältigen Veranstaltungen des Vereins erreichten in den 1980er-Jahren ein hohes Niveau. „Hankau Helau“ entwickelte sich zu einer Großveranstaltung, aus der sich die „Hinterhofsänger“ herausbildeten, die alljährlich das politische und gesellschaftliche Leben in und um Hankensbüttel aufs Korn nehmen. Gegründet hatte sich auch die Gesangsgruppe „De Plattdütschen“. Zum „Repertoire“ des BSV gehören nun aber auch die Isefunken mit ihrem Nachwuchs, der Mäusegarde, die Red Sparks oder die Chaoten.

75 Jahre lang spielte sich das BSV-Leben im Deutschen Haus ab – das Vereinslokal, in dem sowohl die Theateraufführungen wie auch die Karnevalssitzungen stattfanden. Dann wechselte man auf die andere Straßenseite in das Hotel „Zur Linde“. Weil hier keine Bühne vorhanden war, erwarb man eine mobile Bühne, die noch heute auf- und wieder abgebaut werden kann. Zwischenzeitlich hat der Verein seine Heimstatt im Schützenhaus gefunden.

Zwischen den Jahresrückblicken gab es noch Tanz- und Gesangseinlagen, Grußworte, nette Gespräche und die Vorfreude auf eine lange Nacht mit der Wittinger Party-Band „Pink Noise“.

Auch interessant

Kommentare