Fisch soll in hiesigen Flüssen wieder heimisch werden

Hankensbüttel: 1,6 Millionen fürs Barben-Projekt

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Sie stellten das Barben-Projekt vor: Umwelt-Staatssekretär Frank Doods (v.l.), Sören Brose vom Barben-Projekt, Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz, und Anke Willharms vom Barben-Projekt.

Hankensbüttel – 1,6 Millionen Euro stehen für das Barben-Projekt zur Verfügung: Gestern wurde das Projekt im Hankensbütteler Otter-Zentrum vorgestellt.

Es soll die Artenvielfalt, insbesondere die Fischart Barbe, im südöstlichen Einzugsgebiet der Aller und ihren Nebengewässern stärken. Initiiert hat das Vorhaben, das sich bis ins Jahr 2024 erstreckt, die Aktion Fischotterschutz.

Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz, betonte den ganzheitlichen Ansatz: „Es gibt einen großen Kreis an Experten, die hierbei zusammenarbeiten.“ Bei den Gewässern sei vieles noch nicht intakt, daher seien dort weitere Maßnahmen nötig. Die Barbe habe früher auch hier gelebt, daher wolle man eine Ausbreitung in der hiesigen Region wieder ermöglichen.

1,3 Millionen Euro kommen vom Bundesamt für Naturschutz, die finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen und Eigenmittel der Aktion Fischerotterschutz machen zusammen weitere 300 000 Euro aus. „Es sind gut angelegte Mittel, wir sind gerne dabei“, sagte Umwelt-Staatssekretär Frank Doods. VW war als Sponsor kurzfristig abgesprungen, das Land sprang in die Bresche. Im Projektgebiet sollen beispielsweise Kiesbänke, flach abfallende Gewässerabschnitte und strömungsarme Flachwasserzonen angelegt werden. Die Eigendynamik der Flüsse soll durch den Einbau von Totholz und neue Randstreifen, die von der Landwirtschaft nicht genutzt werden, gefördert werden. Zudem soll der Stoffeintrag gemindert werden.

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, sagte gestern: „Ich freue mich beim Startschuss dabei zu sein.“ Es sei von großer Bedeutung, die Verbreitung der Barbe zu fördern. „Es gibt kein vergleichbares Barben-Projekt in Deutschland, es ist vorbildlich.“ Diese Fischart müsse wandern können und brauche dafür eine Durchgängigkeit in den Flüssen. „So hilft man zahlreichen Arten gleich mit.“

Die Maßnahmen werden gemeinsam mit den lokalen Akteuren umgesetzt. In so genannten Verantwortungspartnerschaften wollen Unterhaltungsverbände, Angelvereine und die Aktion Fischotterschutz gemeinsam Maßnahmen erarbeiten und Barben-Lebensräume ausweisen.

Den Menschen sollen die heimischen Fischarten nähergebracht werden. So wird auch das Aller-Mobil zum Fluss-Fisch-Mobil umgebaut.

Projektleiterin Anke Willharms und Sören Brose vom Barben-Projekt erläuterten gestern die hohen Lebensraumansprüche des Fisches. „Sechs Jahre sind eine gute Zeitspanne. So haben wir einen Puffer, um viel zu erreichen“, freute sich Willharms. Viele Fließgewässer in der Region seien momentan noch stark beeinträchtigt. „Wir wollen die Barbe in die Köpfe der Leute kriegen.“

Weitere Informationen finden sich unter www.barben-projekt.de.

VON PAUL GERLACH

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