Expertenrunde im Herbst

Hankensbüttel: Mehr Insekten- und Vogelschutz

Blühstreifen an der K 122 (Hankensbütteler Südumgehung).
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In Hankensbüttel soll – wie hier mit dem Blühstreifen an der K 122 (Südumgehung) – mehr für den Schutz der Insekten- und Vogelwelt getan werden. Eine Expertenrunde im Herbst soll weitere Maßnahmen erarbeiten.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Hankensbüttel – Weitere Maßnahmen für mehr Insekten- und Vogelschutz in der Gemeinde Hankensbüttel sollen her: Im Herbst soll sich die entsprechende Arbeitsgruppe treffen und mit externen Fachleuten beraten. Diese Vorgehensweise beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Die Ratsleute Reinhard Weißmann und Elisabeth van Werde kritisierten bei der Ratssitzung am Dienstagabend, dass einige der vereinbarten Punkte für diesen Bereich gemäß eines Protokolls aus 2019 noch nicht umgesetzt worden seien. Im Januar hatte Weißmann beantragt, dass die Förderung des Bienen- und Vogelschutzes wieder verstärkt betrieben werden soll, insbesondere auf den Flächen im Bachtal und an der Südumgehung. Das Mähen von Grünflächen müsse noch deutlicher reduziert werden und sei teils an Stellen erfolgt, wo eigentlich nur ein einmaliges Mähen im Herbst vereinbart worden sei. Der Umfang und die Größe von Blühstreifen könne noch erweitert werden. 750 Euro schlägt Weißmann als jährlichen Haushaltsposten für Anpflanzungen von intensiv blühenden, bienen-, vogel- und klimafreundlichen Gewächsen an angemessenen Plätzen vor. Die reduzierten Mähintervalle müssten außerdem der Bevölkerung erklärt werden, so Weißmann. Auch wenn sich beispielsweise an der Südumgehung durch Maßnahmen des Landkreises und der Kommune viel getan habe, sehe er noch „deutliche Defizite“. Trockenheit und Klimawandel kämen als Herausforderungen noch dazu.

Lob und Kritik

Im Ratsrund gab es aber auch lobende Worte für die bisherigen Maßnahmen. „Das ist ganz gut gelaufen“, fand Bürgermeister Dirk Köllner. An manchen Stellen hätten sich allerdings Pflanzen, die eigentlich hierhin in die Region passen, nicht durchgesetzt – etwa wegen des Sandbodens am Galgenberg. Auch Dirk Niebuhr (CDU) sagte, dass in 2019 und 2020 schon einiges passiert sei, in 2021 habe es durch Corona ein paar Probleme gegeben, außerdem habe es Abstimmungsschwierigkeiten in Sachen Mäharbeiten gegeben. Aber im Großen und Ganzen gebe es in Hankensbüttel viel Grün, die Pflege von Sträuchern, Bäumen und Hecken koste aber eben auch Geld. Vor einigen Jahren habe er Interessierten Flächen zur Verfügung stellen wollen – für Blühstreifen, Anpflanzungen oder Ähnliches. Daraufhin habe sich aber niemand gemeldet. „Im eigenen Garten kann man auch viel für die Vögel und Insekten tun“, so Niebuhr. Ingrid Wrede (FDP) empfindet es so, dass die Kommune sich immer mehr auflade. Dabei habe man gar nicht das Personal, um alles zu pflegen. Jeder müsse zunächst vor der eigenen Tür kehren. Steingärten sind ihr besonders ein Dorn im Auge. „Dort kann kein Vogel und Insekt leben. Das muss verboten werden.“ Wenn jeder Bürger den Garten vogel- und insektenfreundlich gestalte, sei schon viel gewonnen.

Peter Dietz (Grüne) betonte, dass es Konsens sei, dass am bestehenden Konzept für den Insekten- und Vogelschutz weitergearbeitet werden soll. Dieses sei ausbaufähig. Auch an den Wegeseitenrändern an Wirtschaftswegen sollten verstärkt Anpflanzungen vorgenommen werden, sagte Dietz, das solle aber verträglich mit den Landwirten gestaltet werden. 750 Euro pro Jahr hält Dietz für zu wenig. Er habe an 5000 Euro gedacht, die aus Haushaltsmittelresten bestritten werden sollten.

Ratsfrau Claudia Schulze monierte wie Weißmann, dass zu viel gemäht werde. Man solle Wassersäcke für die Bewässerung der Bäume anschaffen.

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