Busunternehmen könnten bauen

Hankensbüttel: Nein zu öffentlichen WCs am Busbahnhof

Busbahnhof in Hankensbüttel
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Die Gemeinde Hankensbüttel wird am Busbahnhof keine öffentlichen Toiletten errichten, eröffnet aber den Busunternehmen die Möglichkeit zum Bauen von WCs für deren Fahrer. Ob die Firmen die Option ergreifen, ist unklar.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Hankensbüttel – Die Entscheidung fiel am Ende sehr eindeutig aus: Die Gemeinde Hankensbüttel wird am Busbahnhof keine öffentlichen Toiletten errichten und bleibt somit bei ihrer Linie. Auch die WCs am Bürgerhaus waren bekanntlich nach massiven Verunreinigungen geschlossen worden. Die Kommune wäre aber bereit, im Zuge des geplanten barrierefreien Umbaus des Busbahnhofes (die Toiletten sind nicht förderfähig) den Busunternehmen beziehungsweise der VLG eine Fläche zur Verfügung zu stellen.

Laut Ratsbeschluss würde die Gemeinde dort dem Bau einer Busfahrer-Toilette zustimmen, sofern die Firmen die Kosten für den Bau, die Reinigung und die Unterhaltung der WC-Anlage übernehmen. Lediglich WIH-Ratsherr Reinhard Weißmann, der sich dafür starkgemacht hatte, als Ausflugsort für öffentliche Toiletten ins Portemonnaie zu greifen, stimmte gegen diese Vorgehensweise.

Der Bau, die Reinigung und die Unterhaltung von Toilettenhäusern sei eine Arbeitgeberpflicht der Busunternehmen: Das wurde auch bei der Ratssitzung wieder mehrfach betont. Unter anderem auch durch Bürgermeister Dirk Köllner, im gesamten Landkreis seien ihm keine Toiletten bekannt, die durch eine Kommune für Busfahrer errichtet worden seien. Das sei eine Sache der Unternehmen.

Sorge vor Vandalismus

Als Weißmann anführte, dass man als Kommune eben dafür aufkommen müsse, wenn öffentliche Toiletten verschmutzt werden, verunstaltete Glascontainer-Sammelplätze auch nicht gleich schließe und er die Kosten von knapp 870 000 Euro für den vorgesehenen Ausbau des Amtsweges heranzog, hielt Thomas Sordel (SPD) ihm vor, dass er Äpfel mit Birnen vergleiche. Die Toiletten am Bürgerhaus seien verschlossen worden, weil am Ende niemand mehr hätte hineingehen wollen („Sie sahen fürchterlich aus.“). Der Arbeitgeber der Busfahrer sei in der Pflicht, die Entscheidung liege bei den Busunternehmen. Durch den Ratsbeschluss hätten sie die Möglichkeit dazu und das sei besser als gar nichts.

Ingrid Wrede (FDP) stimmte Sordel zu. Den Vergleich zwischen Müll- oder Glascontainern mit einer öffentlichen Toilette fand sie „unmöglich“. Die Arbeitgeber müssten mit ins Boot geholt werden, wenn dort Toiletten entstehen sollen.

Warum gerade am Busbahnhof öffentliche Toiletten errichtet werden sollten, stellte Köllner infrage. Dort sei nicht viel Publikumsverkehr. Warum Hankensbüttel da eine Vorreiterrolle im Kreis einnehmen solle, erschließe sich ihm nicht. Weißmann wies darauf hin, dass in Wittingen seit vielen, vielen Jahren über die Thematik diskutiert werde. Dort in einem alten Gebäude ein WC einzurichten, koste sicherlich ein Vielfaches der Summe, die für Hankensbüttel anfallen würden. Claudia Schulze (CDU) merkte an, dass es in Celle ein öffentliches WC für Busfahrer gebe.

Die VLG hatte zeitlich schon weit vor dem Ratsbeschluss klargemacht, dass für die Haltestelleninfrastruktur immer die jeweilige Gemeinde zuständig sei. Sie betreibe Fahrertoiletten selbst nur auf den eigenen Betriebshöfen. Die Vielzahl von Endstellen im Kreis würde ein Unterfangen zur Einrichtung eigener Toiletten „schier unmöglich machen“. Die Frage wird nun also sein, ob sich an dieser VLG-Position durch den Ratsbeschluss etwas ändern wird.

Momentan nutzen die Busfahrer die Toiletten der Hauptschule. Der Weg bis dorthin ist aber nicht gerade um die Ecke. Wenn neue WCs am Busbahnhof gebaut werden sollten, müssten die Toiletten nach jedem Besuch abgeschlossen werden. Ansonsten ist nach Angaben der Verwaltung damit zu rechnen, dass dort über kurz oder lang wieder Vandalismus stattfinden würde.

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