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Hankensbüttel: Geteilte Reaktionen auf Landtagswahl-Ergebnisse

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Von: Paul Gerlach

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Ein Stimmzettel wird bei einer Landtagswahl in eine Wahlurne gesteckt.
Die Reaktionen auf die Landtagswahl-Ergebnisse fallen bei den Fraktionen in der Samtgemeinde Hankensbüttel geteilt aus. © dpa

Samtgemeinde Hankensbüttel – In der Samtgemeinde Hankensbüttel hat die CDU am Sonntag, 9. Oktober, bei der Landtagswahl zwar die meisten Zweitstimmen geholt (das IK berichtete), die Christdemokraten lagen aber mit 34,64 Prozent über sieben Prozent unter dem Ergebnis von 2017. Zufriedenheit herrscht hingegen beim Bündnis 21 über das Resultat für die SPD.

CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Rodewald ordnet ein: „Der Verlust ist relativ hoch im Vergleich zum bisherigen Status.“ Er habe auf eine Mehrheit für die CDU-Kandidatin Lena-Sophie Laue gehofft. Aber unterschwellig sei das Gefühl da gewesen, dass es für sie nicht reichen könnte. „Es war der allgemeine Trend, der der CDU ins Gesicht geblasen hat.“ Rodewalds Lehre, die er aus den Wahlergebnissen zieht: Die CDU müsse sich klarer in den Themen positionieren und ihr Profil schärfen. Das sei zu kurz gekommen, analysiert Rodewald. Es gelte, inhaltliche Unterschiede zu anderen Parteien deutlich zu machen.

Rodewald moniert den Umstand, dass gerade mit Blick auf die derzeitige Energiekrise Genehmigungsverfahren in diesem Bereich acht Jahre dauern. So etwas könne nicht sein. Dabei habe die CDU im Land mitregiert. Er habe auch beim Thema Landwirtschaft – traditionell eine wichtige Wählergruppe für die Partei – klare Positionen der CDU zu Themen wie Düngung, rote Gebiete und Beregnung vermisst. Die AfD habe es mit ihren „großen Sprüchen“ einfacher, der CDU sei es nicht gelungen, die eigene Position deutlich genug herauszuarbeiten, um diese dann auch präzise zu kommunizieren. Durch „mangelnde Konsequenz und Zielstrebigkeit“ habe die CDU ihr jetziges Wahlergebnis bekommen.

Zufriedener fällt vergleichsweise das Fazit bei Inge Elvers (SPD), Fraktionsvorsitzende beim Bündnis 21, über die Wahlergebnisse für die Sozialdemokraten aus. „Ich bin sehr froh, dass Kirsikka Lansmann es geschafft hat.“ Ihr sei vorher klar gewesen, dass es eine „enge Kiste“ werden würde. „Doch die Themen von Kirsikka Lansmann waren da“, lobt Elvers. Die sozialen Aspekte in den Fokus zu rücken und auszubauen – diesen Ansatz begrüße sie. Elvers hebt hervor, dass die SPD im hiesigen Wahlkreis bei den Zweitstimmen sogar noch ein besseres Ergebnis erzielte als bei den Erststimmen. „Das war früher nicht so.“ Dies habe sie positiv überrascht. Entsetzt sei sie über die AfD-Zugewinne in der Region und die 17,11 Prozent der Stimmen für deren Kandidat Stefan Marzischewski-Drewes. So einige Menschen würden offensichtlich „ins Populistische abdriften“. Elvers nimmt deswegen die großen Parteien in die Pflicht: „Das müssen wir besser in den Griff bekommen.“

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