Ehrenbürger Gerhard Czichos erinnert sich an Sole-Bohrungen und den Versuch, einen Kneipp-Verein zu schaffen

Als Hankensbüttel fast „Bad Hankensbüttel“ wurde

Beinahe hätte Hankensbüttel sich den Titel des „Bad“ zusichern können.
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Beinahe hätte Hankensbüttel sich den Titel des „Bad“ zusichern können.

Hankensbüttel – Wären die Geschichte etwas anders verlaufen, könnte der ehemalige Luftkurort Hankensbüttel sich vielleicht heute noch „Bad Hankensbüttel“ nennen.

Gerhard Czichos, Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister, erklärt wie es fast dazu gekommen wäre: „Der damalige Leiter der Deutschen Erdöl AG, Herr Debusmann, machte mich darauf aufmerksam, dass eine Bohrung Sole gefördert habe.“

Sole kam in 30 Metern Tiefe zum Vorschein

Czichos ließ daraufhin die Sole, die artesisch ab 30 Metern nach oben kam, abpumpen. Eine von Fresenius durchgeführte Analyse stellte fest, dass die Sole die gleichen Werte aufwies, wie jene aus Bad Bevensen. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, Hankensbüttel solle versuchen, ein Solebad zu bekommen. „Ich nahm daraufhin mit dem Präsidenten des Kneipp-Vereins Kontakt auf und lud ihn nach Hankensbüttel ein.“ Dieser befand den Ort als gut geeignet. Als erster Schritt solle ein Kneipp-Verein gegründet werden. Diesem traten alle Ratsmitglieder bei. Es wurden auch Pläne erarbeitet, um einen Park und ähnliches zu errichten.

Anforderungen nicht erfüllbar

Der Arzt Doktor Hans Wenz zeigte sich interessiert, sich als Kneipp-Arzt weiterzubilden, er war selbst eine Zeitlang erster Vorsitzender des Kneipp-Vereins. Aus wirtschaftlichen Gründen konnte er jedoch keine Fortbildung wahrnehmen. Ohne diese ist es jedoch nicht möglich, als Kneipp-Bad zu gelten.

Bad Bevensen konnte diese Anforderungen auf Anhieb erfüllen. Die Hankensbütteler Bemühungen nachzuziehen blieben vergebens. Wenz sponsorte jedoch das Wassertretbecken mit 10 000 Mark – welches bis heute steht. Auch der Kneipp-Verein besteht weiterhin, heute führt ihn Gudrun Frahm. Zu den Aktivitäten des Vereins gehören unter anderem regelmäßige Radtouren.

Aufgrund des artesischen Steigens des Wassers war das Pumpen in Reinwasserbehälter relativ einfach, erklärt Czichos. Damit war auch die Wasserversorgung unproblematisch. Heutzutage ist der Ort in den Wasserverband Gifhorn als Ringleitung eingespeist. Der Traum von „Bad Hankensbüttel“ ist damit wohl vorbei.  mor

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