NS-Opfer: Gemeinsames Gedenken

Hankensbüttel: Ansprache und Schweigeminuten an Gymnasium und Mahnmal

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Bewegende Ansprache: Die Geschichtslehrer Ivo Schleupner (v.l.) und Julia Ballaschke sowie die Schülersprecher Zoe Rausch, Matti Kropp und Emma Lou Menges.

Hankensbüttel – Eine Minute lang war gestern auf dem Schulhof des Hankensbütteler Gymnasiums kein Mucks zu hören: Die versammelten Schüler und Lehrer gedachten am Internationalen Tag des Gedenkens der Opfer des Holocaust.

Genau 75 Jahre nach der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten hatten die neuen Schülersprecher Zoe Rausch, Matti Kropp und Emma Lou Menges, betreut von den Geschichtslehrern Ivo Schleupner und Julia Ballaschke, eine Gedenkveranstaltung für die ganze Schule auf die Beine gestellt.

In einer bewegenden Ansprache trugen die drei Schüler Zitate von Überlebenden der Lager vor, die die unmenschlichen Gräuel schilderten. Die Lehrer erläuterten den historischen Kontext dazu. „Rassismus und Antisemitismus bestimmten zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, wer dazu gehören durfte und wer nicht“, unterstrich Zoe Rausch.

Juden, politisch Andersdenkende, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle und viele andere Menschen aus der Gesellschaft, die nicht ins Weltbild der NS-Ideologie passten, seien verfolgt, inhaftiert und systematisch vernichtet worden. Insgesamt seien etwa sechs Millionen Juden dem Holocaust beziehungsweise der Shoa zum Opfer gefallen.

Das nächstgelegene ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen hatte der Jahrgang 10 erst kürzlich besucht. Im Rahmen von Studientagen haben die Schüler dort einen Tag lang verbracht, berichtete Geschichtslehrer Ivo Schleupner im IK-Gespräch, sie konnten auch einige Dokumente einsehen.

Ohnehin bleiben die genannten Themen aktuell. „Es gab sogar auch hier bei uns in der jüngsten Vergangenheit fremdenfeindliche Schmierereien an den Wänden unserer Schule“, mahnte Matti Kropp.

Zudem fand ab 17 Uhr – auf die Initiative von Martin Rausch und seiner Tochter Zoe hin – eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal in Hankensbüttel statt. Die 14 Teilnehmer – darunter mit Jürgen Röling ein ehemaliger Hankensbütteler, der aus Göttingen anreiste – fanden sich zusammen, um Gesicht zu zeigen.

„In Hankensbüttel wollen wir weiter daran erinnern“, betonte Martin Rausch. Der NS-Terror dürfe nie vergessen werden, damit er sich nie wiederhole, sagte Zoe Rausch.

VON PAUL GERLACH

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