Neuer Vorstoß „zu spät“

Wohnmobile im Musental: Wohl keine Rolle rückwärts bei Standort

Der Lageplan für die Wohnmobil-Stellplätze nahe des Rodelberges in Hankensbüttel.
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Der Lageplan für die Wohnmobil-Stellplätze nahe des Rodelberges in Hankensbüttel: Am Standort wird voraussichtlich nicht mehr gerüttelt.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Hankensbüttel – In Hankensbüttel hatte es das eine oder andere Gedankenspiel gegeben, den Standort der Wohnmobil-Stellplätze zu verlegen. Insbesondere Stellplätze am Waldbad waren zumindest als Überlegung in die Diskussion geworfen worden. Ende März hatte der Rat dann bekanntlich beschlossen, die Stellplätze an neuer Stelle östlich des vorgesehenen Weges im Musental (siehe Skizze) zu platzieren. Für einen Antrag von Claudia Schulze (CDU) mit vielen neuen Ideen und dem Ziel, einen alternativen Stellplatz zu suchen, scheint sich keine politische Mehrheit zu finden.

Der Vorstoß, für den einige lobende Worte im Bauausschuss fielen, komme „zu spät“, sagte Peter Dietz (Grüne). Der Tenor im Gremium: Für eine Rolle rückwärts – und das ein Vierteljahr nach dem Ratsbeschluss – sei man bei der Planung schon zu weit fortgeschritten.

Claudia Schulze macht sich dafür stark, die bestehenden Wohnmobil-Stellplätze nicht zu erweitern und auszubauen. Sie ist gegen einen Neubau und begründet dies mit der Versiegelung der Fläche und mit Blick aufs Kosten-Nutzen-Verhältnis (Ausgaben für die Gemeinde von rund 67 000 Euro, denen Einnahmen von etwa 1000 Euro pro Jahr gegenüberstehen). Wohnmobile dürfen auf jedem Parkplatz für eine Nacht stehen, mögliche andere Standorte wären daher etwa am geplanten neuen HSV-Fußballplatz, an den Parkplätzen am Karl-Söhle-Weg oder Waldbad, am Platz der Partnerschaften oder beim Einkaufszentrum – in Kombination mit einem Parkautomaten und einer Stromsäule. Sie unterbreitete einige Vorschläge, wie die eingesparten Beträge besser genutzt werden können – für die Bürger vor Ort, speziell für die Familien, etwa für ein Outdoor-Schach-Spielbrett, für Baum-anpflanzungen und für Spielgeräte. Weiterhin schlägt sie vor, außerhalb der Maßnahme einen Premiumstellplatz für Wohnmobile zu entwickeln.

Ratsfrau Elisabeth van Werde gab ihr Recht, das Musental sei als Familientreff gedacht gewesen, auch sie selbst sei gegen Versiegelung. Dietz bezeichnete viele der von Claudia Schulze vorgetragenen Punkte als unterstützenswert. Aus Reihen der CDU wurde der Zeitpunkt des Antrages moniert. In Sachen Musental werde bereits seit 2016 geplant, seit anderthalb Jahren sehr verstärkt. Die Ausstattungsmöglichkeiten, die Claudia Schulze vorgeschlagen hat, könne man aber in die aktuelle Planung mit hineinbringen, sagte Hinrich Schulze (CDU).

Bürgermeister Dirk Köllner sagte zu den Vorschlägen für alternative Standorte, dass man darauf als Gemeinde nicht so schnell Zugriff habe, teils seien es auch Moorflächen. Hinzu komme, dass das Förderprogramm räumlich nur aufs Musental begrenzt sei. Um an die Fördergelder zu gelangen, müssten außerdem die Fristen eingehalten werden. Dem Vorwurf von Claudia Schulze, dass in diesem Zusammenhang Druck auf die Ratsleute gemacht worden sei, widersprach Köllner entschieden. Letztlich sprach sich das Gremium für die durch den Ratsbeschluss festgelegte Vorgehensweise aus. Dem Rat wurde empfohlen, Claudia Schulzes Antrag abzulehnen – bei Gegenstimmen von ihr selbst und von van Werde.

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