„Chancen in Ackerbau und Tierhaltung“

Hagen: Junglandwirt Kristof Fromhagen führt Generationen-Betrieb fort

Kristof Fromhagen aus Hagen mit seinem Hund im Sonnenblumen-Feld bei Steinhorst.
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Junglandwirt Kristof Fromhagen aus Hagen hat sich bei der Berufswahl intensiv Gedanken gemacht. Doch letztlich sei Landwirt „immer die erste Wahl“ gewesen. Er spricht von einer Generationen-Aufgabe und hat viel Freude daran.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Hagen – Sie leben mit und von der Natur, sie bewegen sich in einem Arbeitsumfeld mit ständigen Neuerungen und Herausforderungen, zudem gibt es mitunter Konflikte mit Politik und Gesellschaft – Junglandwirte nehmen einiges auf sich, um ihrem Traumberuf nachzugehen. Das IK stellt sie in einer Artikel-Serie vor. Den Auftakt macht Kristof Fromhagen aus Hagen.

„Wir sind ein Familienbetrieb“, sagt der 26-Jährige. Womöglich existiert der Hof schon seit dem 16. Jahrhundert, nachgewiesen jedenfalls seit mindestens 1785. Fromhagen ist also die mindestens achte Generation. Der Hof sei stets an die Nachfahren – Sohn, Tochter, Neffe oder Nichte – weitergegeben worden. Fromhagen spricht denn auch von einer Generationen-Aufgabe. „Ich habe viel Freude daran.“ Er erlebe komplett unterschiedliche Arbeitstage. In dem abwechslungsreichen Arbeitsfeld sei man draußen in der Natur unterwegs, Büro-, Hand- und Maschinenarbeit würden sich hinzugesellen. Es bereite ihm viel Spaß, Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und sie letztlich zu ernten. Die Produktivität lasse sich auf diese Weise gut greifen.

Fromhagens Umfeld hatte seinen Entschluss bei der Berufswahl so erwartet. Er will aber nicht verhehlen, dass das Image des Landwirtes in der Bevölkerung ihn zweifeln lassen hat und, dass ihn diese Aspekte ins Grübeln gebracht haben, „ob man diesen Beruf ergreifen will“. Dies alles vor dem Hintergrund einer Arbeitswoche, die deutlich mehr als 40 Stunden beträgt. Doch die Entscheidung fiel klar für den Traumberuf. „Er war immer die erste Wahl.“

Lange Zeit hatte sich Fromhagen wenig Gedanken in Sachen Berufswahl gemacht, wie er sagt. Anderthalb Jahre vor dem Abitur wurde es dann in Sachen Landwirt konkret. Nach dem Abitur fing Fromhagen seine zweijährige Ausbildung an: Er sammelte auf Lehrhöfen in den Landkreisen Stade und Uelzen weitere Erfahrung. In Göttingen machte er an der Georg-August-Universität über einen Zeitraum von fünf Jahren seinen Bachelor in Agrarwissenschaften und seinen Master in Agribusiness.

Auf dem heimischen Hof hatte Fromhagen stets durchgängig mitgearbeitet, seit Lehre und Studium dann verstärkt. Vor einem Jahr zog er nach dem Studium zurück auf den elterlichen Hof. Der Entschluss war gefasst, dort anzufangen. Fromhagen fand den Zeitpunkt optimal, um seine Mittzwanziger-Jahre in den eigenen Betrieb zu stecken. Er möchte mit Mut und Willen, den Betrieb aufbauen und leiten. „Das ist genau das, was ich machen will.“ Fromhagen und seine Freundin Freya Lüddeke wollen bekanntlich südlich von Hagen einen Legehennenstall errichten – für knapp 15 000 Tiere in Freilandhaltung.

Den Betrieb Fromhagen mit 75 Hektar im Besitz führt der junge Mann gemeinsam mit seinem Vater Wilhelm: „Wir treffen alle Entscheidungen als gleichberechtigte Partner.“ Der Ackerbau wird mit vier anderen Landwirten in einer GmbH betrieben (vorher GbR). Der 26-Jährige ist dort Angestellter. Wenn er den Hof erbt, wird er den Platz von Wilhelm Fromhagen in der GmbH übernehmen.

Im allerbesten Fall will Kristof Fromhagen am Ende seiner beruflichen Laufbahn einen „vernünftigen Hof“ übergeben – über allem stehe das Ziel, diesen überlebens- und zukunftsfähig zu halten. Man erlebe derzeit einen Strukturwandel und „ein erhöhtes Bewusstsein für die Landwirtschaft und deren Vorgehensweise“ in der Bevölkerung – auch dafür, wie Lebensmittel produziert werden, sagt Fromhagen. Die Vorgaben würden sich häufig ändern. Es gebe keine politische Planungssicherheit, nach Wahlen könne es anders ausschauen als vorher.

„Wir sehen die Chancen im Ackerbau und in der Tierhaltung“, sagt Fromhagen. Da gelte es, den bestmöglichen Weg zu finden und die verschiedenen politischen Strömungen zu berücksichtigen. Um nicht politisch ungewollt zu werden, müsse man ständig und von vielen Seiten Informationen einholen. So gelange man an eine fundierte Einschätzung, am Ende sei es aber eine „private Entscheidung“. Die Rolle des Landwirtes als Unternehmer werde definitiv zunehmend wichtiger, sagt Fromhagen.

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