Samtgemeindeausschuss: Generelle Bedenken / Thema in nächster Sitzungsrunde

Haesler-Infotafel in der Warteschleife

Am Gebäude der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule sollte bekanntlich eine Infotafel zu Architekt Otto Haesler angebracht werden. Doch nach dem knappen positiven Votum im Samtgemeinderat meldete der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss generelle Bedenken an.
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Am Gebäude der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule sollte bekanntlich eine Infotafel zu Architekt Otto Haesler angebracht werden. Doch nach dem knappen positiven Votum im Samtgemeinderat meldete der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss generelle Bedenken an.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Das Thema beschäftigt die politischen Gremien nun schon eine ganze Weile – und es wird wohl noch ein bisschen weitergehen: Der Hankensbütteler Samtgemeinderat hatte im Oktober mit knapper Mehrheit beschlossen, dass die Samtgemeinde das Anbringen einer Infotafel zur Erinnerung an den Celler Architekten Otto Haesler an der Karl-Söhle-Schule gestattet, dies aber nicht selbst vornimmt.

Hankensbüttel – Der Entwurf der Erinnerungstafel mit dem Text von Ratsherr Reinhard Weißmann sei dem Samtgemeindeausschuss vorzulegen und von diesem freizugeben.

Doch an diesem Kern der Beschlusslage hat sich in der Zwischenzeit einiges geändert, sagt Initiator Weißmann, der den Anstoß zu der Tafel Mitte August 2019 gegeben hatte, in einer Pressemitteilung. Anfang Dezember wurde Weißmann vom Rathaus informiert, dass der Samtgemeindeausschuss in nichtöffentlicher Sitzung die Freigabe für die Erinnerungstafel nicht erteilt habe. Das Thema solle stattdessen in der nächsten Sitzungsrunde noch einmal aufgegriffen werden.

In einem Telefonat zwei Tage vor diesem Bescheid hatte Weißmann seinen Angaben nach von Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel erfahren, dass sich dieses ablehnende Votum nicht gegen den Text der Erinnerungstafel richte, denn dieser sei in Ordnung. „Genau das war aber der Auftrag des Rates an diesen Ausschuss, nämlich den Inhalt der Tafel zu prüfen“, hält Weißmann fest. Taebel habe angegeben, dass das Gremium vielmehr mit der Tafel generell nicht einverstanden sei.

Weißmann sagt dazu, dass er mit einer Ablehnung durchaus hätte leben können. Das sei schließlich Demokratie an der Basis. Aber er halte es für sehr fragwürdig, dass dieser Ratsbeschluss nach gut einem Monat wieder einkassiert werden konnte. Außerdem sei unklar, ob der Ausschuss das zu diesem frühen Zeitpunkt dürfe und obwohl dieser einen ganz anderen Auftrag erhalten hatte. Normalerweise verhandele der Ausschuss vor der Ratssitzung und nicht hinterher.

Der Hauptstreitpunkt in Sachen Haesler war bislang dessen Rolle während einiger Kriegsjahre als stellvertretender Hochbauamtsleiter im besetzten Lodz und Lemberg. „Aber in der öffentlichen Darstellung lief das bisher unter ferner liefen“, sagt der Ratsherr. In einer neuen Infotafel in der Stadtmitte von Celle beziehe die Stadtverwaltung dazu eindeutig Position. Diese reiht Haeslers Jahre im Osten als Etappe seines beruflichen Werdeganges ein (siehe Foto). Weißmann bedauert, dass die Samtgemeinde-Gremien es nach knapp eineinhalb Jahren noch nicht geschafft hätten, ein abschließendes Wort zu sprechen.

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