Hankensbütteler Rat für Vorschlag der Landesforsten: Forstweg als rettende Ausfahrt am Waldbad

„Das ist die günstigste Lösung“

+
Die Abfahrt der Rettungsfahrzeuge vom Hankensbütteler Waldbad im Einsatzfall soll verbessert werden. Als zweiter Rettungsweg soll nun auf einen Vorschlag der Landesforsten hin die fußläufige Verbindung vom Parkplatz aus als Forstweg hergestellt werden. 

Hankensbüttel. Über die fußläufige Verbindung vom Parkplatz aus zum Hankensbütteler Waldbad soll ein zweiter Rettungsweg geschaffen werden (das IK berichtete). Dafür gab es jetzt im Hankensbütteler Rat bei zwei Gegenstimmen grünes Licht.

Auf einen Vorschlag der Landesforsten hin könnte die Gemeinde einen Gestattungsvertrag für das Wegegrundstück mit dem öffentlichen Unternehmen abschließen. Der Weg würde in wassergebundener Form durch das Forstamt Unterlüß im Standard eines normalen Forstweges hergestellt – mit 3,50 Meter Breite und zusätzlich einem Wegeseitenrand von etwa 50 Zentimetern zu jeder Seite. Somit könnten Rettungsfahrzeuge ungehindert das Waldbad erreichen. Die Gemeinde übernimmt die Verkehrssicherungspflicht. Bauliche Kosten oder auch Planungskosten entstehen ihr nicht.

Kritik an der geplanten Vorgehensweise kam von Reinhard Weißmann (WIH) und von Elisabeth van Werde (CDU). Weißmann monierte, dass das Landschaftsschutzgebiet Hagen „erneut durch bauliche Maßnahmen“ beeinträchtigt werde. Durch die Befestigung und Verbreiterung des Weges werde dessen Schutzstatus in Mitleidenschaft gezogen. Van Werde betonte, dass bislang der Bohldamm der Rettungsweg gewesen sei. In beiden Fällen widersprach das Ratsrund. „Das ist eine super Lösung“, sagte Ingrid Wrede (FDP). Es sei keine Flächennutzungsplan-Änderung für das Vorhaben nötig, sagte Bürgermeister Dirk Köllner. Es gebe keine Beeinträchtigung der Natur („kein Rieseneingriff“), die Landesforsten würden dort ohnehin den Wald bewirtschaften und könnten dort Wege auf ihrem Grundbesitz nach ihrem Bedarf errichten. Der vorhandene Weg würde lediglich verbessert. „Er ist dann vielleicht 0,5 Meter breiter als vorher.“ Ein schwerer Chlorgaszug würde das Waldbad über den Amtsweg anfahren – und nicht über den Forstweg. Aber etwa der Notarztwagen könne dort abfahren. „Der jetzige Zustand wird verbessert.“

Hinrich Schulze (CDU) unterstrich, dass die Landesforsten gemäß des Naturschutzes handeln würden. Ein Vertreter der für das Landschaftsschutzgebiet Hagen zuständigen unteren Naturschutzbehörde des Kreises sei beim Ortstermin dabei gewesen. Eine zweite Zufahrt sei nötig. „Momentan stehen die Autos im Einsatz bis zum Kinderspielplatz.“

Das Ganze habe mit der F-Plan-Änderung für die geplante Erweiterung des Otter-Zentrums oder mit dem Bohldamm nichts zu tun, sagte Köllner. Das Thema Rettungsweg sei nicht neu, fügte Wrede hinzu. Dieser werde nun „endlich“ geschaffen. „Ich will eine zweite Zufahrt“, unterstrich auch Thomas Sordel (SPD). Es werde dafür nur das Minimalste gemacht, betonte Henning Buhr (CDU), alles bleibe eigentlich so, wie es ist. „Die Lösung kostet nichts und es werden dafür keine Bäume gefällt“, ergänzte Rainer Nuth (SPD).

Peter Dietz (Grüne) fasste den Tenor der Runde zusammen: „Wir brauchen die zweite Zufahrt. Ich sehe keine Alternative. Das ist die günstigste Lösung.“

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare