Bürgermeister und BI gegensätzlicher Meinung

Grundsatzfrage in Dedelstorf: Bereisung oder Straßenkataster?

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Der Dedelstorfer Bauausschuss – hier bei einer Bereisung in Langwedel im Februar 2019 – setzt beim Priorisieren der Sanierung von Straßen in der Gemeinde auf die Begutachtung vor Ort und damit auch auf die Ortskenntnisse der Ratsleute. Die Bürgerinitiative hingegen wünscht sich ein Straßenkataster: Eine Bereisung sei als Strategie nicht ausreichend, um die richtigen Gegenmaßnahmen zu treffen.

Dedelstorf – Sollen marode Straßen in der Gemeinde Dedelstorf weiterhin, wie bislang, bei einer Bereisung durch den Bauausschuss begutachtet werden? Oder ist ein Straßenkataster nötig, bevor im Rat über eine Sanierung entschieden wird?

Bei dieser Grundsatzfrage sind die Bürgerinitiative „Dedelstorfer für Dedelstorf“ und Bürgermeister Bernd Rodewald unterschiedlicher Meinung.

„Eine Bereisung reicht nicht aus“, zeigt sich die BI-Vorsitzende Manuela Schmidt im IK-Gespräch überzeugt. Auch wenn dies in den Gemeinderäten in der Region so gehandhabt wird – „man kann nicht alle Straßen im Blick haben“, sagt Schmidt. Bei einer Bereisung sei für die Ratsleute die richtige Gegenmaßnahme nicht ersichtlich. „Dafür muss ein Straßenkataster her.“ Nicht als große Lösung mit hohen Kosten, sondern vielmehr in einer kleinen, machbaren Variante. Man benötige einen groben Überblick zur Beurteilung: Wann ist etwas an der Straße gemacht worden? Wer hat das vorgenommen? Was ist genau gemacht worden?

Ohne Kataster sieht sie auch die Gefahr, dass Straßen vergessen oder auch mehrfach saniert würden, wie es bei einem Teilstück des Weddersehler Wiesenweges geschehen sei. Wie zielführend die Maßnahmen sind, bleibe zudem unerfasst, so Schmidt.

Einen weiteren Nachteil der Bereisungs-Methode sieht sie darin, dass neuen Ratsleuten ohne ein Kataster keine Daten zu den Straßen vorliegen würden. Denn mit den ehemaligen Ratsleuten würde auch deren Erfahrungsschatz verloren gehen.

50 000 Euro sind im Haushalt 2020 für die Unterhaltung der Gemeindestraßen eingeplant. „Das ist viel Geld“, betont Schmidt. „Wo man ein Loch sieht, etwas drüberzuschütten, kann nicht die richtige Strategie sein“, findet sie.

Bürgermeister Rodewald betont auf Anfrage: „Ein Straßenkataster halten wir nicht für erforderlich.“ Die Ratsleute würden die Straßen zur Genüge kennen, da sie dort täglich entlang fahren.

VON PAUL GERLACH

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