Hankensbüttel: Rat und Bauausschuss begrüßen Bauvorhaben / Sieben Meter hohe Lärmschutzwände

Grünes Licht für Lorenz-Erweiterung

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Die gelben Flächen sind die betroffenen Straßenabschnitte. In blauer Farbe sind die Baugrenzen eingezeichnet. Es handelt sich bei dem Bauvorhaben um ein beschleunigtes Verfahren.

Hankensbüttel. Große Zustimmung für die Erweiterungspläne von Lorenz Bahlsen Snackworld in Hankensbüttel: Der Hankensbütteler Rat hat gestern Abend einstimmig den Entwurf zur Teilneufassung und Erweiterung des B-Plans „Im kleinen Moor“ und zur Teilneufassung des B-Plans „Mariental II“ verabschiedet.

Lorenz Bahlsen Snackworld möchte auf der Betriebsfläche das Hochregallager erweitern. Der Lkw-Verkehr soll dazu auf die betriebseigene Fläche südlich der Kreisstraße verlegt werden (das IK berichtete). Die Pläne sollen laut Beschluss für die Dauer eines Monats im Bauamt öffentlich ausgelegt werden. Auch der Bauausschuss hatte die Pläne am Montagabend zuvor einstimmig an den Rat empfohlen. Der Bauantrag, der dem Landkreis Gifhorn vorliegt, kann nun weiter bearbeitet werden. Es handelt sich um ein beschleunigtes Verfahren.

Die 12 beziehungsweise 17 Meter hohen Hallen sollen mit der südöstlichen Spitze bis an die Bebauungsgrenze unweit der Südumgehung reichen. Der bestehende Pkw-Parkplatz an der Straße An den Fischteichen soll verkleinert werden, stellte René Wozniak, Projektmanager von DAL Bautec aus Mainz, die für Lorenz das Vorhaben betreut, vor. Der Bedarf, der dort wegfällt, soll rund um die Erdölförderanlage verlegt werden. Auf der Wiese südlich der Kreisstraße sollen 22 Lkw-Stellplätze geschaffen werden: Die Fläche soll eine Einfahrt aufweisen und ansonsten frei begehbar sein. Abfalleimer sind angedacht. An der Ecke K 122/Im Winkel soll eine Ampelanlage installiert werden. Zudem sind neue Schallschutzwände geplant (siehe Skizze, mit „LSW“ betitelt): Sie sollen sieben Meter hoch werden und die vertretbare sowie zulässige Norm durch Lärmbelästigung erfüllen. Östlich des geplanten Lkw-Parkplatzes sind keine Lärmschutzwände geplant, sagte Wozniak auf Nachfrage eines Bürgers. Es sollen auch keine Zäune vor den Lärmschutzwänden aufgebaut werden.

Das Unternehmen hat einen Fällantrag für die zehn Bäume an der Straße An den Fischteichen gestellt, um die Möglichkeiten für eine Umsetzung seines Vorhabens zu schaffen. Als Ausgleich sollen Bäume in diesem Bereich wieder angepflanzt werden. Es sind auch Ersatzpflanzungen auf der Wiese südlich der Kreisstraße geplant. Ingrid Wrede (FDP) wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass diese Bäume auf der äußeren Seite der Lärmschutzwände angepflanzt werden sollten.

Laut Planerin Astrid Pesel produziert das Lager in Hankensbüttel derzeit rund 21 000 Paletten, es können dort aber nur etwa 13 000 Paletten gelagert werden, sodass rund 8000 Paletten in anderen Lagern in Norddeutschland untergebracht werden müssen. Die Anzahl der Verladetore würde sich von heute acht auf zehn erhöhen, war in der Sitzung zu hören.

Der Lkw-Shuttleverkehr zum Außenlager in Hannover soll von Januar bis November komplett entfallen. Pesels Angabenzufolge werden die Lärmschutzgutachten zu dem Bauvorhaben von Lorenz ebenfalls öffentlich ausgelegt und für die Bürger einzusehen sein.

„Es macht Sinn, was dort produziert wird, auch dort zu lagern“, sagte Dr. Meinhard Gehse (FDP) in der Sitzung. Thomas Sordel (SPD) fragte nach, ob Lorenz am Lkw-Parkplatz auch Toiletten einplane. Zu diesem Zeitpunkt sei noch keine Entscheidung getroffen, war zu hören. Bürger unterstrichen in der Sitzung, dass dies schon jetzt ein Problem sei und auch nicht zu erwarten sei, dass die Lkw-Fahrer für den Toilettengang über die Straße hinweg bis ins Gebäude gehen würden. Robert Strauß, zuständig für die Logistik bei Lorenz, sagte, dass Probleme dieser Art auch bei Toiletten direkt am Parkplatz nicht auszuschließen seien. Das Unternehmen werde aber nach einer Lösung suchen, auch wenn diese nicht einfach zu regeln sei.

Von Paul Gerlach

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