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Grünes Licht der Gemeinde Hankensbüttel für Harsahl-Windräder

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Von: Paul Gerlach

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Der Windpark Harsahl bei Wettendorf.
Der Windpark Harsahl bei Wettendorf. © Boden, Holger

Hankensbüttel/Weddersehl/Wettendorf – Der gesamte Prozess zieht sich schon seit Längerem hin: Im Frühjahr 2020 hatte die Firma EE Projekt aus Hattingen das Errichten von fünf Windrädern im Windpark Harsahl beantragt – vier in der Gemarkung Weddersehl, eines in der Gemarkung Hankensbüttel. Nun kommt wieder Bewegung ins Verfahren: In Sachen Schallschutz gab es am Montagabend, 26. September, einmütig grünes Licht im Hankensbütteler Gemeinderat.

Im Genehmigungsverfahren wurden aktuell zwei Lärmschutzgutachten vorgelegt, über welche die Gemeinde Hankensbüttel zu befinden hat. Hintergrund ist die Nähe zu den reinen Wohngebieten in den Bereichen der Bebauungspläne „Die Masch II“ und „Auf dem Erbkampe II“. Grundsätzlich gilt laut Angaben der Verwaltung in reinen Wohngebieten nachts ein Immissionsrichtwert von 35 Dezibel (zwischen 22 und 6 Uhr). Durch die Annahme einer Gemengelage – als Angrenzung unterschiedlicher Gebietsarten – ist es möglich, diesen Wert auf einen geeigneten Zwischenwert zu erhöhen. Für Mischgebiete beträgt dieser maximal 45 Dezibel.

In dem Gutachten, das eine Gemengelage zur Beurteilung herangezogen hat, wurden die Werte für zwei Wohngrundstücke von 35 auf 40 Dezibel erhöht (Am Osterberg 26 und Die Masch 20). Die restlichen Grundstücke in der Gemarkung Hankensbüttel wurden auf dem Niveau von 35 Dezibel bewertet. Klar ist: Durch den erhöhten Immissionsrichtwert ergibt sich eine wirtschaftlichere Nutzung der Windräder. Allerdings könnten – als Kehrseite der Medaille – die fünf Dezibel Differenz durch die Anwohner durchaus wahrnehmbar sein. Der Gemeinderat entschied nun einstimmig, dass das Gutachten inklusive der Gemengelage – also mit dem erhöhten Immissionswert – zum Antrag auf Errichtung der Anlagen hinzugezogen werden soll.

Auf Nachfrage von Thomas Lucker (Grüne), wie die Gemeinde neben den gesetzlich geregelten Einnahmen und der Gewerbesteuer noch von den Windrädern profitieren wird, sagte Hankensbüttels Bürgermeister Dirk Köllner, dass es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Investoren gebe. Bei der Sitzung wurde außerdem bekräftigt, dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Hankensbüttel haben werde.

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